OLDENBURG, 31. Januar 2012


Optimismus bei Kohl und Wein

60. Gilde-Abend Banker hält Festvortrag – Oberbürgermeister sieht gute Jahre


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Ulrich Mann bei der Begrüßung in der Weser-Ems-Halle.  Bild vergrößern

Mehr als 450 Gäste kamen am Montagabend in die Weser-Ems-Halle. Sie genossen das traditionelle Programm: Reden, Grünkohl und Rotwein.

von M. Exner Und J. Rittner

Oldenburg - Oldenburgs Wirtschaft geht mit Zuversicht ins neue Jahr. Wenn Gegenwart und Zukunft nicht grau in grau erschienen, dann lag das nicht allein am grünen Kohl und rotem Wein: In der Weser-Ems-Halle war am Montagabend Optimismus angesagt.

Dort veranstaltete die Gesellschaft Union den Gildeabend. Zur 60. Auflage des traditionellen Grünkohlessens mit Reden und Rotwein des Kaufmännischen Vereins kamen Montagabend mehr als 450 Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. „Wieder ausgebucht“, freute sich Ulrich Mann, für den der Jubiläums-Gilde-Abend eine Premiere brachte. Erstmals übernahm der Chef des Hauses Leffers als Unions-Vorsitzender die Begrüßung.



Optimismus kam nicht zuletzt vom Hauptredner des Abends Folker Hellmeyer. „Die Eurozone ist besser als ihr Ruf“, sagte der Chefanalyst der Bremer Landesbank in seinem Marktausblick „zu Krise und Konjunktur“. „Positive Fundamentaldaten der Eurozone werden von Märkten zu großen Teilen ignoriert.“ Aktuelle negative Konjunktureinschätzungen schössen am Ziel vorbei. Die Gäste hörten's gern – ebenso wie den Rück- und Ausblick von Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der in beiden Blickrichtungen „Anlass zur Freude“ sah. „2011 war die Fortsetzung einer ganzen Reihe positiver Jahre für den Nordwesten und ganz besonders für Oldenburg“, sagte der Verwaltungschef und prophezeite: „2012 schreiben wir unsere Erfolgsgeschichte fort.“

In Oldenburg gebe es tatsächlich die von den Wirtschaftsblättern erkannte Dynamik, sagte Schwandner und nannte als Beispiele den Start der European Medical School, die Eröffnung des Schlauen Hauses und die Einweihung der neuen Feuerwache, die er als Impulsgeber für eine Investitionskette sieht.

Der neue Vorsitzende Ulrich Mann befasste sich in seiner nicht unprovokanten Rede mit der medialen Spiegelung politischer Affären und wehrte sich vehement dagegen, „die Nähe zwischen Politikern und Unternehmern unter Generalverdacht zu stellen.“ Die Bevölkerung erwarte zu Recht von Politikern, dass die sich um gute öffentliche Bedingungen für Wirtschaftswachstum kümmerten. Doch wie sollten Politiker dem nachkommen, wenn sie zu den Unternehmern eine Art Grenzwall aufbauten?

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Dass der Gilde-Abend auch im 60. Jahr noch Innovatives parat hat, zeigte der Wein. Erstmals gab es einen Roten vom südafrikanischen Weingut Oldenburg Vineyards.

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