König Karl verkohlt Westerwelle
Gröönkohl-Äten Zu Guttenberg teilt im Pluralis Majestatis stilvoll aus
Mahlzeit: (von links) Kohlkönig Karl-Theodor zu Guttenberg und Ministerpräsident Christian Wulff. BILDer: Torsten von Reeken 
von M. Exner und J. Rittner
Oldenburg - Was für eine Ansprache: „Hochansehnliche Festversammlung, erlauchte Majestäten, Magnifizenzen, Spektabilitäten mit ck und ohne, Untertanen“! Schon mit dem ersten Halbsatz des neuen Kohlkönigs Karl-Theodor zu Guttenberg hatten sich die Oldenburger Hoffnungen auf eine Majestät mit Stil erfüllt.
Der Bundesverteidigungsminister und „Außenminister in Lauerstellung“ (OB Gerd Schwandner) blieb (angemessen im Pluralis Majestatis „wir“) auf diesem Level. Der just zum „Bannerträger der Palme Oldenburgs“ gekürte Baron versprach die internationale Kohl-Initiative: „Die Welt braucht Grünkohl – auch wenn sie es noch nicht weiß.“ Und da „werden wir es es bei einer Politik der kleinen Schritte nicht belassen.“
Das war einer dieser kleinen Einstreuer, die große Wirkung erzielten. So große, dass Guttenberg sich wunderte: „Einige hören tatsächlich zu.“ Wer das tat, vernahm auch Sticheln gegen den Ministerpräsidenten Christian Wulff: „Die Nähe zum Kohl ist ihm zum politischen Programm geworden, manche sagen gar, es reicht ihm zum Regieren aus.“
Eine Revolution dürfe man von ihm nicht erwarten, warnte der Herrscher: „Wo kämen wir auch hin, wenn der König revoltierte. Dafür haben wir in Bayern das Amt des Ministerpräsidenten geschaffen.“
Stattdessen werde es politische Initiativen geben. Ex-Kohlkönig Guido Westerwelle solle sich besser nicht verkohlt vorkommen, wenn die Grünkohl-Connection diplomatische Beziehungen zur Nordatlantischen Allianz und den Vereinten Nationen aufnehme. Dazu werde man die Reisetätigkeit ausdehnen – „nicht zuletzt, um gelegentlich den Oldenburger Oberbürgermeister zu treffen.“
Schwandners Reisefreude hatte auch schon vorher liebevolle Erwähnung gefunden. Regierungschef Wulff etwa hatte seine eigene Begründung für den späten Essenstermin Ende März: „Wahrscheinlich waren Sie die letzten Monate im Ausland“, sagte er Richtung OB. Auch für Westerwelles jüngste Eskapaden hatte Wulff an diesem Abend Verständnis: Der sei im verflixten siebten Jahr nach dem Verlust seiner Kohlkönigswürde. „Das erklärt einiges, nur ist auf diese Erklärung noch keiner gekommen.“
Schwandner selbst hatte bei der Begrüßung mit dem Reise-Thema kokettiert. „Die beiden Kohlessen eingeschlossen, haben Sie uns in einem einzigen Jahr fünfmal besucht“, sagte er zur scheidenden Kohlkönigin, der Bildungsministerin Annette Schavan. „Glaubt man meinen Kritikern, dann waren Sie öfter in Oldenburg als ich.“
Restaurants, Informationen & Wissenswertes über den Oldenburger Grünkohl und zu Kohltouren in der Region finden Sie in unserem Grünkohl-Spezial
- Am Sonnabend, 11. Februar, veranstaltet der Kneippverein Friesoythe seine Kohltour.
Treffpunkt ist für alle Teilnehmer um 15 Uhr beim Wasserturm in Friesoythe. Von dort aus geht es zum Kohlessen in den „Schwaneburger Hof“.mehr
- Der VdK Schönemoor trifft sich am kommenden Donnerstag, 9. Februar, um 14.30 Uhr bei Menkens in Hoykenkamp zum Klönen. Gäste sind willkommen. An diesem Tag können auch Karten für die Kohlfahrt am Sonntag, 26.mehr
- Der Pfarrbezirk Stenum richtet am 12. Februar um 10 Uhr wieder einen Familiengottesdienst im Timotheus-Haus aus. Im Anschluss gibt es einen kleinen „Kohlgang“ durch Stenum, der dann wieder zurück zum Trendelbuscher Weg 28 führt.mehr
- Der Stadtverband Delmenhorst-Ganderkesee der Rentnerinnen und Rentnerpartei (RRP) richtet am 12. Februar eine Kohlfahrt aus. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Riedenweg 26a in Ganderkesee. Der Beitrag für die Kohlfahrt beträgt pro Person 17 Euro.mehr
- Die Frauengemeinschaft Barßel will sich am kommenden Sonntag, 12. Februar, bei ihrem traditionellen Kohlenessen stärken. Los geht es um 12.30 Uhr im Hotel Niehaus in Barßel. Die Anmeldung nehmen Annette Dänekamp (Telefon 04499/1223) oder die weiteren Vorstandsmitglieder an.mehr


