OLDENBURG, 27. August 2010


Zweite Ligen auf Schrumpfkurs

Handball Nur 20 Vereine bleiben übrig – Ab sofort heißt es: Siegen oder fliegen


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Drei Edewechter können nur zuschauen: Der Vareler Niels Bötel (Nr. 19) fand im DHB-Pokalspiel wiederholt Lücken in der VfL-Deckung. Obenauf bleiben heißt es für beide Teams nun in der Zweitliga-Qualifikationssaison 2010/11. BILD: Thorsten Helmerichs  Bild vergrößern

Die Reform stößt bei den Zweitligisten auf wenig Gegenliebe. Der Ligaverband HBL will die Marke Bundesliga stärken.

von Otto-Ulrich Bals

Oldenburg - Der Bundesliga-Handball in Deutschland steht vor der größten Reform seit Einführung der eingleisigen Ersten Liga im Jahr 1977. Am Saisonende 2010/11 werden die Nord- und die Südstaffel der 2. Männer-Bundesliga aufgelöst. Eine neue Profiliga entsteht – die eingleisige 2. Bundesliga als professioneller Unterbau der stärksten Liga der Welt. Von den 35 Zweitligisten (17 im Norden/18 im Süden) müssen mindestens 15 den Weg in die Drittklassigkeit antreten. 20 Vereine bilden die neue 2. Bundesliga.

Was aus sportlichen Gründen noch plausibel klingen mag, gilt bei den Verantwortlichen der Zweitligaclubs als äußerst umstrittenes Projekt. „Ich kenne keinen Zweitligisten, der mit Begeisterung für diese Reform gestimmt hat“, sagt Christoph Deters von der HSG Varel. Die Friesländer können auf eine 13-jährige Zweitliga-Zugehörigkeit zurückblicken.

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) und der Ligaverband (HBL) haben im Juli 2008 und zuletzt im Februar 2009 die dazu nötigen Beschlüsse gefasst. „Als Zweitligist wurden wir da nicht groß gefragt. Die Mehrheitssituation ließ uns praktisch keine Wahl“, erläutert Manager Dieter Koopmann vom Wilhelmshavener HV die Machtverhältnisse im deutschen Handball. Der WHV war 2008 nach sechs Jahren aus der 1. Bundesliga abgestiegen.

„Vor allem die Zweitligaclubs leisten einen historischen Beitrag zur weiteren positiven Entwicklung des Handballsports in Deutschland“, wirbt HBL-Präsident Reiner Witte für die Reform. Der Ligachef erhofft sich eine Stärkung der Marke Handball-Bundesliga.

Wirtschaftliche Dauer-Probleme, eine sich abzeichnende Steigerung bei den Spielergehältern, fehlende Derbys, hohe logistische Aufwendungen und die Einführung des Profitums führen die Zweitligisten als Hauptgründe gegen die Einführung der neuen Liga an. „Aber das ist jetzt alles Schnee von gestern. Der Beschluss steht. Jetzt geht die Saison los. Erst einmal wollen wir uns für die eingleisige Liga qualifizieren“, betonen unisono die Vareler und die Wilhelmshavener.

Dazu müssen die Teams jeweils einen Platz unter den ersten Neun der Abschlusstabelle belegen. Doch es könnte auch Rang zehn oder elf im Norden reichen. Denn drei Absteiger stehen hier schon vor dem ersten Spieltag fest: Concordia Delitzsch nach der Lizenz-Rückgabe sowie die Zweitvertretungen der Füchse Berlin und des SC Magdeburg. Denn nach den HBL-Statuten darf ein Verein nur mit einer Mannschaft in den ersten beiden Profiligen vertreten sein.

Diese Faktenlage könnte auch dem letztjährigen Aufsteiger VfL Edewecht beim Versuch, die Liga zu halten, zugutekommen. Auch wenn Edewechts Trainer Arek Blacha ohne Wenn und Aber sagt: „Unser Ziel ist ganz klar, sich für die eingleisige Zweite Bundesliga zu qualifizieren.“

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Und so unterwerfen sich auch die Ammerländer dem neuen Zweitliga-Motto: Siegen oder fliegen.

Spezial: Alle Informationen zur 2. Handball-Bundesliga


 



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