„Müssen Lehren aus Ahlen-Spiel ziehen“
Interview HSG-Rückraumspieler Dilkas zieht vor Heimspiel gegen Spitzenreiter Ferndorf Zwischenbilanz
von Henning Busch
FRAGE: Nach der Auswärtspleite beim Schlusslicht Ahlener SG war Ihr Trainer Jörg Rademacher mächtig angefressen – die aktuelle Trainingswoche dürfte also etwas schweißtreibender als die vorherige ausgefallen sein?
DILKAS: (schmunzelt) Das stimmt. Es ist aber doch klar, dass nach solch einer Niederlage mehr Anspannung im Training herrscht. Da sind dann alle gefordert, voll mitzuziehen, um die Fehler beim nächsten Mal zu minimieren.
FRAGE: Ihr Coach hat vor allem die gestandenen Spieler kritisiert, zu denen ja auch Sie zählen – auch wenn Ihr Name dabei nicht gefallen ist . . .
DILKAS: Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, einzelne Spieler herauszunehmen. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen, und in Ahlen hat die gesamte Mannschaft vom ersten bis zum letzten Spieler zu viele Fehler gemacht. Da muss sich jetzt jeder an die eigene Nase fassen und im Training mit noch mehr Entschlossenheit zur Sache gehen.
FRAGE: Wie kommt es, dass Ihre Mannschaft in dieser Saison zwei Gesichter zeigt – zu Hause meist überzeugt und auswärts meist enttäuscht?
DILKAS: (lacht) Wenn wir das wüssten, hätten wir es schon längst abgestellt. Zu Hause, wo man jede Ecke der Halle kennt und die Fans im Rücken hat, ist man einfach besser. Auswärts kommen viele Kleinigkeiten dazu. Vielleicht ist es auch eine Kopfsache und etwas weniger Selbstvertrauen in fremden Hallen.
FRAGE: Kommt dort auch die fehlende Entlastung für die Rückraumspieler durch den verletzungsbedingten Ausfall von Lukas Kalafut noch mehr zum Tragen?
DILKAS: Mag schon sein. Tatsache ist, unser Kader ist richtig dünn, und wir Rückraumspieler müssen fast jedes Spiel durchspielen. Wenn dann mal einer von uns Dreien leistungsmäßig abfällt, wird es schon schwer. Wir versuchen ja schon, jedes Mal 120 Prozent zu geben, aber das ist nicht einfach und nach 45 Minuten dann oft auch eine Sache der Kondition.
FRAGE: Sie selbst mussten vor dieser Saison nach einem Fußbruch und wenig später noch einem Achillessehnenanriss auf der anderen Seite fast ein ganzes Jahr lang pausieren. Bei wie viel Prozent ihres vorherigen Leistungsvermögens sehen Sie sich inzwischen?
DILKAS: Das ist schwer zu sagen. Bislang bin ich sehr zufrieden. Ich habe zurzeit – toi, toi, toi – keine Beschwerden. Sicherlich fehlt noch immer in einigen Aktionen die Abstimmung, aber ich muss geduldig sein und gucke nach vorne.
FRAGE: An diesem Sonnabend erwartet die HSG um 19.30 Uhr Spitzenreiter TuS Ferndorf, bei dem im Hinspiel ein 33:23-Überraschungscoup gelang? Was ist im Rückspiel drin?
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DILKAS: Es wird natürlich enorm schwer, Ferndorf ein zweites Mal zu besiegen. Wenn wir aber die richtigen Lehren aus dem Ahlen-Spiel ziehen und – wie im Hinspiel in Ferndorf – in Abwehr und Angriff alles passt, dann ist auch im Rückspiel was drin.
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