Leckagen sorgen für Spielausfall
Handball Stadt Varel sperrt Manfred-Schmidt-Sporthalle wegen Unfallgefahr
Da hilft kein Wischen mehr: Konnten Torwarttrainer Jens Kanzog und Helfer der Vareler Drittliga-Handball BILD: Ingo Böger 
von Henning Busch
Varel - Das hatten sich die Drittliga-Handballer der HSG Varel-Friesland ganz anders vorgestellt: Das für diesen Sonnabend angesetzte Heimspiel gegen das Team der Stunde in der West-Staffel, den amtierenden Meister TuS Ferndorf, musste am Freitag kurzfristig abgesagt werden.
Wie die Stadt Varel den HSG-Verantwortlichen in einem offiziellen Schreiben mitgeteilt hat, sind am Freitagvormittag bei einer Begehung vor Ort „erhebliche Sachmängel“ am Dach der Manfred-Schmidt-Sporthalle festgestellt worden. Diese führen dazu, dass die Sporthalle zunächst bis Sonntag, 19. Februar, geschlossen wird. „Eine vom Hallendach ausgehende Unfallgefahr ist so groß, dass ein weiteres Bespielen der Sporthalle nicht mehr zu verantworten ist“, heißt es in der offiziellen Begründung und weiter: „Je nach Wetterlage werden wir schnellstmöglich versuchen, die Leckagen zu beseitigen.“ Ihr nächstes Heimspiel bestreiten die Vareler laut Spielplan am 3. März gegen Leichlingen.
HSG-Vorstand Lothar Brecht zeigte sich auf Nachfrage überrascht von der Entwicklung: „Wir wussten, dass es undichte Stellen gibt und haben es die Woche über beobachtet, aber es war seit vergangenem Sonntag keine weitere Leckage zu entdecken.“ Daher waren am Donnerstagabend nach dem Training alle HSG-Handballer fest davon ausgegangen, dass die Partie gegen Ferndorf wie geplant ausgetragen werden kann.
Doch es kam anders. Nach Rücksprache mit Vertretern der Stadt informierte Brecht am Freitag DHB-Staffelleiter Michael Kulus über die Hallensperrung und darüber, dass auf die Schnelle keine alternative, den DHB-Statuten entsprechende Halle ohne Haftmittelverbot zur Verfügung stehe. Die Partie wurde darauf abgesagt, ein Nachholtermin steht noch nicht fest.
Rademacher enttäuscht
„Das ist extrem ärgerlich“, sagte ein perplexer Jörg Rademacher, nachdem er von der neuen Situation erfahren hatte. „Wir haben sehr gut trainiert. Die Jungs waren richtig heiß und wollten nach dem schwachen Auftritt bei der Ahlener SG nun gegen Ferndorf richtig was gut machen“, betonte der HSG-Trainer, der nun mindestens für die kommende Woche nach einer geeigneten Ausweich-Trainingsstätte suchen muss.
Auch HSG-Kapitän Andre Seefeld zeigte sich enttäuscht. Er saß gerade bei der Videoanalyse des Gegners, als ihn die Nachricht vom Spielausfall erreichte. „Zu Wochenbeginn wäre eine solche Entscheidung nicht so schlimm gewesen, aber so kurz vor dem Anpfiff, das ist natürlich bitter – zumal wir sehr gut auf den Gegner vorbereitet waren“, sagte Seefeld, für den die Probleme mit dem Hallendach nichts Neues sind. „Eigentlich seit ich hier bin, gibt es in den Wintermonaten immer mal wieder Leckstellen.“
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So stand in der vergangenen Saison etwa ein Zweitliga-Heimspiel der Vareler unmittelbar vor Anpfiff vor der Absage, als unterhalb eines Dachfensters eine Leckage entdeckt wurde. Damals wurde provisorisch eine Plane unter das Hallendach gehängt, so dass die Schiedsrichter die Partie anpfiffen.
Kurz vor Spielabbruch
Anders ist ein Vorfall aus der aktuellen Saison gelagert: So war am 10. September im Heimspiel gegen Eintracht Hagen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in der Halle Kondenswasser von der Decke auf den Hallenboden getropft und hatte diesen phasenweise in eine gefährliche Rutschbahn verwandelt. Die Partie wurde daraufhin für 15 Minuten unterbrochen, konnte nach kräftigem Durchlüften aber fortgesetzt werden.
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