Handball:
VfL gibt Pokal-Erfolg aus der Hand

Oldenburg verliert Viertelfinale gegen Thüringer HC 28:31 – Führung bis zur Schlussphase

Gut 50 Minuten dominierten die VfL-Frauen das Duell. Am Ende spielte der Meister dann seine Cleverness aus.

Oldenburg Fassungslos sank Angie Geschke zu Boden. Trainer Leszek Krowicki schüttelte ungläubig den Kopf. Innerhalb von sechs Minuten hatten die Handballerinnen des VfL Oldenburg die Halbfinal-Teilnahme im DHB-Pokal verspielt. Grund zum Jubeln gab es nur für die Gäste, denn der Thüringer HC drehte die Partie und gewann das Viertelfinale am Mittwochabend mit 31:28 (14:17). Somit zieht der deutsche Meister in die Endrunde (Final Four) ein und trifft dort im Halbfinale am 20. Mai auf Gastgeber HC Leipzig.

VfL Oldenburg - Thüringer HC 28:31 (17:14)

VfL Oldenburg: Renner, Egestorp, Kohorst - Schnack 2, Meyer 3, Prante, Birke 4, Müller n.e., Smits 2, Dulfer 5, Zwick, Behrend n.e., Geschke 12/5. Thüringer HC: Krause, Eckerle - Reshetnikova, van de Wiel, Scheffknecht 5, Frey 3, Pintea, Schmelzer 1, Snelder 4, Luzumova 12/7, Huber 3, Wohlbold 3, Deroin.

Dabei deutete bis zehn Minuten vor Schluss nichts auf einen Sieg des Favoriten hin. Die VfL-Frauen hatten das Spiel im Griff und lagen mit 27:23 (49. Minute) recht deutlich vorn. Doch dann ging bei den Gastgeberinnen gar nichts mehr. Überhastete Würfe verfehlten das Ziel oder wurden von der starken THC-Torfrau Jana Krause entschärft. Zudem nahmen die Gäste Angie Geschke mit einer kurzen Deckung aus dem Spiel. Folgerichtig glich Beate Scheffknecht zunächst aus (54.), ehe die gefährlichste Thüringerin, Iveta Luzumova (12 Treffer), die erste THC-Führung seit dem 1:0 zu Beginn markierte. Davon erholten sich die Oldenburgerinnen nicht mehr und vergaben die Riesenchance auf das Final Four. „Uns hat am Schluss die Cleverness gefehlt“, bedauerte VfL-Coach Krowicki.

Den begeisternden Handball-Abend eröffnete die erneut starke Geschke (12 Treffer) mit einem Hattrick zum 3:1 (7.). Danach trumpften die VfL-Frauen, bei denen Caroline Müller nach ihrem Kreuzbandriss überraschend auf der Bank saß, vor 1623 begeisterten und lautstarken Zuschauern auf. Zeitweise spielten sie wie entfesselt und lagen zwischenzeitlich mit 14:7 (20.) und 16:10 (26.) vorn, da auch Torfrau Julia Renner ausgezeichnet hielt. Gästetrainer Herbert Müller sah sich gezwungen, schon nach 20 Minuten seine zweite Auszeit zu nehmen.

Allerdings bröckelte der Vorsprung bis zum Seitenwechsel (17:14). Auch danach ließen sich die Gäste nicht abhängen, witterten ihre Chance und nutzen sie am Ende im Stile einer Spitzenmannschaft. „Ich verlange, dass wir uns nach einer Führung von sieben Toren cleverer anstellen“, haderte Geschke mit dem Spielverlauf: „Wir haben eine einmalige Chance vergeben.“

Somit ist der Traum vom vierten Titel nach 1981, 2009 und 2012 beendet. „Heute hätten beide Mannschaften gewinnen können“, kommentierte THC-Kapitänin Kerstin Wohlbold fair, während die VfL-Frauen noch am Boden ihrer Chance nachtrauerten.


     www.nwzonline.de/vfl-handball 

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24.03.2016
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