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Handball:
VfL-Traum vom vierten Pokaltitel lebt

Hamburg Sie sprangen wild auf dem Spielfeld hin und her, tanzten vor den rund 250 mitgereisten Fans und fielen sich in die Arme: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben am Freitagabend ein dramatisches Pokal-Halbfinale gegen den Thüringer HC mit 28:27 (24:24, 7:9) gewonnen und spielen beim Final Four in Hamburg an diesem Sonnabend (17 Uhr) gegen Gastgeber Buxtehuder SV, der das erste Halbfinale gegen die Füchse Berlin klar mit 34:22 (16:12) gewann, um den vierten Pokaltriumph der Vereinsgeschichte. Durch den Finaleinzug hat der VfL zudem das Ticket für den Europapokal der Pokalsieger gelöst.

Statistik

VfL Oldenburg: Wester, Renner – Schnack, Meyer 1, Deters 1, Birke 2, Müller 6, Wenzl 3, Schirmer 2, Neuendorf, Behrend, Geschke 9/4, Otto, Salberg, Hartstock. Thüringer HC: Krause, Eckerle – Nadgornaja 4, Mietzner 3/1, Smeets, Schmelzer 2, Snelder 1, Luzumova 2/1, Engel 5/4, Blase, Snopova 1, Jakubisova 4, Huber, Wohlbold 2. Siebenmeterwerfen: 0:1 Engel, 1:1 Wenzl, Luzumova trifft Latte, 2:1 Schirmer, 2:2 Nadgornaja, Müller scheitert an Krause, 2:3 Snelder, Schnack scheitert an Krause, Mietzner scheitert an Renner, 3:3 Geschke, 4:3 Wenzl, Snelder scheitert an Renner.

In einer an Spannung nicht zu überbietenden Partie avancierte Julia Renner zur Matchwinnerin. Die VfL-Torhüterin hielt im Siebenmeterwerfen die entscheidenden beiden Würfe von Thüringens Franziska Mietzner und Danick Snelder. Den letzten Siebenmeter für den VfL verwandelte Julia Wenzl nervenstark.

„Ich bin so zittrig auf den Beinen, das gibt es doch alles gar nicht“, ließ VfL-Rückraumspielerin Caroline Müller ihren Gefühlen freien Lauf. „Das ist großer Stolz, ich habe einfach eine tolle Mannschaft. Wahrscheinlich werde ich gleich noch weinen“, sagte ein sichtlich vom Spielverlauf mitgenommener Trainer Leszek Krowicki. Matchwinnerin Renner erklärte: „Das ist ein unglaubliches Gefühl. Es war ein richtig schweres Spiel.“

In einer von Nervosität geprägten Anfangsphase machte der VfL den besseren Eindruck und führte nach 13 Minuten mit 4:2. Vor allem Torhüterin Tess Wester zeichnete sich von Beginn an mit starken Paraden aus und hielt letztlich ganze 22 Würfe.

Als der VfL durch einen Treffer von Birke erstmals mit drei Toren in Führung ging (6:3, 19. Minute), sah sich THC-Trainer Herbert Müller genötigt, sein Team lautstark an der Linie wach zu rütteln – und kassierte dafür die Gelbe Karte. Müllers Ansagen zeigten dennoch die erwünschte Wirkung, Thüringen führte zur Pause mit 9:7.

In der zweiten Halbzeit erwischte der VfL den besseren Start. Nach dem ersten Treffer von Abwehrspezialistin Thalke Deters hatten die Oldenburgerinnen die Partie gedreht (13:12, 38. Minute). Beim VfL drehte Caroline Müller nun auf, die in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs vier Tore erzielte.

Die Schlussphase wurde dann dramatisch: Ständig wechselte die Führung hin und her, die Spannung in der mit rund 2800 Zuschauern gefüllten Halle erreichte ihren Höhepunkt. 70 Sekunden vor dem Ende glich Nationalspielerin Angie Geschke, mit neun Toren beste Werferin ihres Teams, zum 24:24 aus.

Mit diesem Spielstand ging es ins Siebenmeterwerfen (jeweils fünf Schützinnen). Hier führte Thüringen vor dem letzen Wurf beider Teams mit 3:2, doch Renner, die in der regulären Spielzeit kaum Einsatzzeit erhielt, vermied mit ihrer Parade gegen Mietzner das Aus. Geschke glich mit dem letzten VfL-Wurf aus, und im anschließenden „Shootout“ traf erst Wenzl, ehe Renner auch den Wurf von Snelder entschärfte – der Rest war grenzenloser Jubel in Grün und Weiß. „Jetzt wollen wir auch den Titel holen“, gab Renner die Marschroute vor.

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