DHB-Frauen verpassen Olympia
Handball Deutschland scheitert bei WM nach 22:25 gegen Afrikameister Angola
Im Boden versinken wollten die deutschen Handballerinnen nach dem 22:25 gegen Angola. Sabrina Richter (vorne) und Clara Woltering konnten das WM-Aus nicht fassen. BILD: dpa 
von Jörg Mebus
Santos - Debakel und Totalschaden für die deutschen Handballerinnen: Nach einem weiteren katastrophalen Auftritt hat die Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien das Achtelfinale und damit auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London verpasst.
Das Team von Trainer Heine Jensen verlor am Freitagabend zum Abschluss der Vorrunde in Santos gegen Außenseiter Angola 22:25 (10:14) und verfehlte zwei Tage nach dem enttäuschenden 20:26 gegen Island endgültig alle seine Ziele. Ein Jahr nach dem desaströsen 13. Platz bei der EM stehen die deutschen Frauen damit erneut vor einem Scherbenhaufen.
Mit hängenden Köpfen und Tränen in den Augen schlichen die deutschen Spielerinnen vom Parkett. Während der 60 Minuten hatten sie fast durchgängig die Klasse vermissen lassen, die sie beim Auftaktsieg über Olympiasieger Norwegen gezeigt hatten.
Nach der dritten Niederlage im fünften Gruppenspiel muss die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) als Tabellenfünfter der Gruppe A nun am Sonntag gegen Kasachstan (14.45 Uhr) im sogenannten Presidents Cup um die Plätze 17 bis 24 antreten. Für das deutsche Team war es gegen Afrikameister Angola im zehnten Duell die erste Niederlage, die auch Stefanie Melbeck mit sieben Treffern als beste Werferin nicht verhindern konnte.
„Das ist eine riesige Enttäuschung. Wir haben mit dem Weiterkommen gerechnet. Jetzt müssen wir in aller Ruhe analysieren, wenn das Team wieder zu Hause ist. Diese Schwankungen in den Leistungen sind jedenfalls unerklärlich“, sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Jensen haderte vor allem mit seiner Offensive: „Unsere Chancenverwertung war unterirdisch. Eine Effektivität von 45 Prozent im Positionsangriff – das geht nicht, das ist nur schwer zu verstehen.“
Den deutschen Frauen waren Nervosität und Verunsicherung von Beginn an deutlich anzumerken. Erst nach vier Minuten und vier Fehlwürfen gelang Isabell Klein das erste Tor zum 1:1, und auch danach fehlten die spielerische Linie und vor allem Treffsicherheit im Angriff.
Trotz einiger guter Paraden und lautstarker Anweisungen durch Torfrau Clara Woltering brachten die quirligen, aber keineswegs herausragenden Gegnerinnen die deutsche Defensive immer wieder in Verlegenheit – und vorne reihte sich Fehlwurf an Fehlwurf.
Erst als den Afrikanerinnen die Kräfte schwanden, bekam das DHB-Team noch einmal Oberwasser, doch zahllose Fehler bremsten die Aufholjagd immer wieder.


