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NWZonline {{SHARING.setTitle("Pläne für Flüchtlingsheim wecken Ängste in Hude")}}

Unterkunft Für 200 Menschen:
Pläne für Flüchtlingsheim wecken Ängste in Hude

Neuenkoop/Pfahlhausen Dicht gedrängt standen und saßen die Leute am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Neuenkoop. Bodo Bode, Sozialdezernent des Landkreises Oldenburg, zählte die Fakten auf. Die ehemalige Zählerwerkstatt des Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) in Pfahlhausen soll bis Ende März oder Anfang April in eine Flüchtlingsunterkunft für 200 Bewohner umgebaut werden. Dazu sollen darin Wohnräume entstehen, auch Wohncontainer soll es geben. „Der Mietvertrag ist ausgehandelt, wir werden ihn im Laufe des Monats unterschreiben“, so Bode. Davon haben viele erst durch die Einladung der Dorfgemeinschaft Neuenkoop erfahren. Von der Info-Veranstaltung in Hude zu diesem Thema, die Ende November stattfand, hörten viele zum ersten Mal, sagten sie.

Für den Betrieb der Einrichtung soll das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sorgen, für das Klaus Kähler sprach: „Wir wurden gefragt und werden nicht Nein sagen. Das ist unsere Aufgabe im Sinne der Menschlichkeit.“ Über Hilfe aus der Bevölkerung sei das DRK jedoch dankbar.

Noch bevor jeder der Experten, darunter Wulf Wolke und Verena Delius, die sich jeweils in Hude und Berne um die Integration bemühen, etwas zu dem Thema sagen konnten, begann eine zunächst durch zwischengerufene Fragen und Kommentare geführte Diskussion, die erst später wieder geordnet verlief.

Die Anwohner haben „Angst“, wie sie mehrfach an diesem Abend äußerten. „Wenn hier eine Vielzahl von jungen Männern ohne Aufgabe ist, weiß ich nicht, ob das nicht zu Problemen führt“, wurde zum Beispiel gesagt. Die von Wolke angesprochene gelungene Integration in Hude sei kein Beispiel für Pfahlhausen, da die Bewohner sich dort nicht lange genug aufhielten, um sich dort zu Hause zu fühlen.

Die Bürgermeister von Berne und Hude, Franz Bittner und Holger Lebedinzew, versteckten sich, wurde kritisiert. In dem Moment wurde es Hudes stellvertretendem Bürgermeister, Peter Zwiener, zu viel – er wechselte aus dem Publikum auf die Rednerbank. „Der Bürgermeister drückt sich nicht, er hat jetzt einen Termin über eben dieses Thema.“ Die Unterkunft sei außerdem eine Sache zwischen dem Landkreis und dem OOWV. „Die Gemeinde kann da nicht zwischen.“ Glücklich sei auch sie nicht.

Für den Beitrag einer Dame gab es viel Applaus, denn sie brachte den Zweifel vieler Anwohner wohl am besten auf den Punkt: „Wer Integration möchte, muss dafür sorgen, dass die Menschen in der Mitte der Gemeinde leben.“ Selbstständigkeit sei ohne eine Busverbindung, ohne jegliche Infrastruktur für die Flüchtlinge nicht möglich. „Das ist der schlechteste Ort, den man dafür auswählen kann. Die Idee muss sein, zu schauen, wo man die Leute sinnvoller unterbringen kann.“ Bode erklärte, es gebe keine Auswahl im Moment.

Ein weiterer Anwohner forderte Unterstützung der Politik: „Wir haben Angst, allein gelassen zu werden. Es sind nur zehn Häuser neben der Einrichtung. Sorgen Sie dafür, dass die Leute sicher sind.“ Auch die Polizeistation in Hude müsse dazu geöffnet bleiben.

Nach rund zwei Stunden beendete Johanna Neuhaus, Obfrau der Dorfgemeinschaft, die Veranstaltung. Wulf Wolke versprach, das Netzwerk Asyl werde auch in Pfahlhausen tätig werden. Weitere Info-Veranstaltungen würden in Neuenkoop auf den Weg gebracht, sagte Johanna Neuhaus. Das DRK will in Zukunft einen besonderen Bereich im Internet einrichten, um regelmäßig über die Entwicklungen in Pfahlhausen zu informieren.

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