Archäologen graben neben Ikea-Baustelle
FUND Reste eines Walls aus dem frühen Mittelalter entdeckt – Möglicherweise Oldenburgs älteste Spuren
OLDENBURG - In den nächsten Wochen sind weitere Grabungen geplant. Die Bauarbeiten bei Ikea laufen normal weiter.
Von Rainer Dehmer
Die Geschichte Oldenburgs muss zwar nicht neu geschrieben werden, der Fund neben der Ikea-Baustelle im Bereich des Osthafens gilt für Experten aber als Sensation: Auf einem städtischen Gelände am Hemmelsbäker Kanal wurden bei Grabungen die vielleicht ältesten Spuren Oldenburgs entdeckt. Etwa 1000 bis 1200 Jahre alt sind die gut erhaltenen Reste einer schätzungsweise sieben Meter breiten Ringwallanlage. Es soll sich dabei um den in historischen Karten verzeichneten Heidenwall aus dem frühen Mittelalter handeln.
Möglicherweise, so Hans-Joachim Schatke, zuständiger Amtsleiter der Stadt, umgab der Wall einen primitiven Vorläufer der für Oldenburg namensgebenden Burg Aldenburg (erstmals 1108 erwähnt). „Genaues werden aber erst weitere Grabungen an den Tag bringen“, sagt Schatke.
Zu verdanken ist der Fund dem Oldenburger Historiker Martin Teller. Der 41-Jährige hatte nach intensivem Studium alter Karten den entscheidenden Hinweis gegeben. Der Wall, so Teller, habe sich neben einer Furt befunden, die einst als Verbindung zwischen dem Drielaker Moor und der Bauerschaft Donnerschwee diente.
Nach Tellers Hinweisen ließ die Stadt zwei Gräben ausheben. Dabei stießen die Archäologen auf mehrere Holzbalken. Der Wall habe aus speziell verlegten Baumstämmen und Lehm bestanden, so Grabungsleiter Gerhard Stahn vom Landesamt für Denkmalspflege. Unter seiner Aufsicht werden die Grabungen in den nächsten acht Wochen fortgesetzt. Vorgesehen ist, Erdschichten einer rund 3000 Quadratmeter großen Fläche abzutragen. „Das kostet uns etwa 25 000 Euro. Die Finanzierung müssen wir noch klären“, sagt Schatke. Möglichst alle Funde sollen gesichert werden.
Auf die Bauarbeiten bei Ikea haben die Grabungen keinen Einfluss. Viel Zeit bleibt den Archäologen aber nicht. Denn eine Spedition ist sich bereits mit der Stadt über den Ankauf dieser Gewerbefläche einig.
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