Erinnerung an einstige Pracht
GESCHICHTE Volker Pape spendet dem Heimatverein Kacheln aus Schwabe-Haus
Volker Pape (Mitte) bewahrte einige der Kacheln vor der Zerstörung und übergab zwei von ihnen Herbert Carstens (l.) und Hans-Georg Buchtman vom Heimatverein. BILD: DE LEVIE 
VON DAGMAR DE LEVIE
Varel - Er stand einst im Haus Haferkampstraße 10, der mächtige Kachelofen der früher in Varel wohnhaften Familie Schwabe. Mitte der 70er Jahre hatte das Gebäude gemeinsam mit anderen städtischerseits gekauften einem Parkplatz weichen müssen und mit ihm verschwand auch der Ofen. Die Stadt und auch der Heimatverein hatten keinen Wert auf Erhaltung gelegt, obwohl Recherchen der NWZ damals ergeben hatten, dass die Denkmalspflege beim Verwaltungspräsidium in Oldenburg darüber ganz anders dachte. Der Kachelofen, so hatte der dort tätige Experte Dr. Pause festgestellt, müsse unbedingt sichergestellt werden.
Das geschah nicht, der Ofen wurde teils zerschlagen, teils abgetragen. Allerdings durfte sich der Vareler Heimatkundler Volker Pape mit Genehmigung der Stadt Überreste sichern, die unbeachtet im Vareler Bauhof lagerten. Pape war auf den Ofen aufmerksam geworden, als er vor dem Abbruch im Schwabe-Haus als Mitarbeiter der EWE die Gas- und Wasseranschlüsse aufheben musste. In Erinnerung an den Ofen stiftete Pape dem Heimatverein Varel nun zwei Kacheln, die Vorsitzender Hans-Georg Buchtmann erfreut in Empfang nahm. Buchtmann zeigte sich betroffen von dem damaligen Abriss. „Das Schwabe-Haus war eines der schönsten in Varel, das würde heute nicht mehr passieren“.
Die Stadt allerdings hatte in den 70er Jahren einen anderen Weg verfolgt, wie in der NWZ vom 6. September 1975 nachzulesen ist. Abgerissen wurde unter anderen die Villa Tameling und Stöve in der Oldenburger Straße (heute Weberei) oder auch das Haus des früheren Zigarrenherstellers Schieferdecker in der Haferkampstraße 18 (heute Parkplatz), dass damals nach Ansicht Dr. Pauses aufgrund seiner originellen Bauweise unbedingt erhaltenswert gewesen wäre: „Ein Unikum, wie ich es im ganzen Oldenburger Land noch nicht gesehen habe.“
Die Stadt, wie gesagt, sah das anders. Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Funke hatte die Haltung damals mit den Worten zusammen gefasst: „Wir haben die Mühle, das reicht!“
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