„Das ist eine offene Gebührenerhöhung“

GELD Bürger erhalten erstmals Rechnung der Wasser- und Bodenverbände Friesland


DIE GEBÜHR WAR IN DER ABWASSERRECHNUNG VERSTECKT. DER PREIS BLEIBT DENNOCH GLEICH.

VON CHRISTOPH KOOPMEINERS

Varel - Zwölf Euro sorgen bei Vareler Bürgern für Unmut. So hoch ist der Mindestbeitrag des Entwässerungsverbandes Varel für die Regenwasserentwässerung und den Hochwasserschutz im Stadtgebiet. Den Gebührenbescheid haben jetzt die Wasser- und Bodenverbände im Kreis Friesland an alle Hauseigentümer in Varel verschickt. „So einen Gebührenbescheid habe ich noch nie gesehen“, sagt Maximilian Kunert. Kann er auch nicht; denn bislang war diese Gebühr nirgends aufgetaucht, sondern pauschal im Abwasserpreis versteckt. „Es geht mir um Klarheit und Wahrheit“, sagt dazu Klaus Cammans. „Ich möchte wissen, wie die Kostenstruktur aussieht.“

Bis 2006 hat die Stadt Varel als Eigentümer des Klärwerkes das Entwässerungsgeld als Amtshilfe über die Abwasserrechnung kassiert und pauschal an den Verband überwiesen. 2006 verkaufte die Stadt ihr Klärwerk an den OOWV und damit auch alle Rechte und Pflichten. Deshalb schickten die Wasser- und Bodenverbände ihren Gebührenbescheid ab 2006 nach Brake. Damals waren es 50 000 Euro, im Vorjahr 92 000 Euro. Der OOWV will diese Kosten aber nicht länger aus der eigenen Kasse zahlen und spricht von einer Ungleichbehandlung der Vareler Bürger. Der Bemessungsbeitrag richtet sich nach der Flächengröße eines Grundstücks und nach dem Grad der Versiegelung. Bislang seien alle Bürger über einen Kamm geschoren worden, weil der Beitrag nach dem Wasserverbrauch berechnet wurde – wahrscheinlich aus Gründen der Vereinfachung, so der OOWV. Varel sei die letzte Kommune, in der das so gehandhabt wurde.

Der Knackpunkt ist aber nun, dass das Entwässerungsgeld zwar als eigener Gebührenbescheid verschickt wird, der Abwasserpreis von derzeit 1,96 Euro pro Kubikmeter aber dennoch nicht sinkt. „Ich habe den Eindruck, dass es sich hier um eine offene Preiserhöhung handelt“, meint Cammans. Nach Aussagen des OOWV gibt es aus Kostengründen keinem Spielraum für eine Preissenkung. Es werde versucht, den Preis stabil zu halten.


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28.05.2009
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