Motorisiertes Familienprojekt

HOBBY Wolfgang Janßen und seine Söhne basteln seit Jahren an zwei Fiat Abarth


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Ihr Herz schlägt für den Fiat Abarth (v.l.): Mario, Nico und ihr Vater Wolfgang Janßen basteln mit Leidenschaft an ihren beiden Autos. Bisher ist nur der Fiat 600 (rechts) zugelassen. BILD: JANßEN Bild vergrößern

DIE BEIDEN ITALIENISCHEN FLITZER SIND IHRE LEIDENSCHAFT. WOLFGANG JANßEN WURDE VON SEINEM VATER „INFIZIERT“.

VON ASCAN DIEFFENBACH

Eversten - Früher ist Wolfgang Janßen mit der Familie im Fiat 600 mit vier Personen in die Eifel in den Urlaub zum Campen gefahren – mit Zelt und Dachgepäckträger. Heute geht‘s dem Everster um etwas anderes. Sein jetziger Fiat 600 fährt rund 150 km/h. „Interessant ist die Beschleunigung“, sagt der 59-Jährige, „der geht ab wie eine Rakete.“ Der kleine 600 Kilo-Italiener ist nicht einfach nur ein Fiat: Er ist Teil der Fiat-Abarth-Reihe. Benannt nach Firmengründer Karl Abarth baute die Firma Fiat-Originale um. Das Resultat waren sportliche Flitzer.

Janßen und seine Söhne Mario (34) und Nico (33) haben nicht nur einen 600er aus dem Jahr 1966, sondern auch einen Fiat Abarth 500 (Baujahr 1974). Gemeinsam basteln sie seit drei Jahren an Autos herum, sammeln Teile und versuchen jetzt, ihre beiden Wagen weiterzuentwickeln.

Technisch bedeutet das eine Veränderung der Autos von 18 PS auf 70 PS beim 600er und auf über 40 PS beim 500er. An so einer Veränderung hängt aber viel dran: Die Straßenzulassung für den 600er gab es beispielsweise nur dank Scheibenbremsen.

Nur Originalteile

Dabei haben die Bastler einen strengen Rahmen. Damit der 600er sein Oldtimer-Kennzeichen behalten darf, dürfen nur Teile verwendet werden, die auch zwischen 1966 und 1976 in die Autos gebaut wurden. Als nächstes sollen neue, sportliche Sitze her. Die Teile bekommen die Fiat-Fans bei Internetauktionen oder auch bei Firmen, die sich ausschließlich mit Fiat beschäftigen.

Zwar sagt Wolfgang Janßen, dass die Drei wohl nie fertig sein werden, da es immer etwas zu verbessern gebe, aber er fügt hinzu: „Unser Ziel ist, beide Wagen anzumelden und dann eine Tour zu machen.“ Bisher ist nur der 600er straßentauglich. Der 500er hat es lediglich mit rotem Kennzeichen auf die Straße geschafft.

Die Liebe zum Fiat wurde Wolfgang Janßen in die Wiege gelegt. Sein Vater fuhr ein solches Fabrikat, und er entwickelte daraus eine Leidenschaft. Begonnen hat Janßen mit einem Fiat 600, fuhr dann einen 850 Spezial, zwei 128 Coupe und einen 133 Sport. Mit seinem aktuellen 600er schließt sich also der Kreis. Bei dieser Prägung konnte das erste Auto der Söhne ja nur ein Fiat werden. „Sie haben sich schon früh für Fotos meiner Autos interessiert“, erklärt der gelernte Kraftfahrzeug-Mechaniker.

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Heute stehen sie neben ihrem Vater auf den Bildern: auf Oldtimer-Treffen oder bei Wochenendtouren. Aber auch der Sport reizt die Janßens: Sie wollen mal bei einer Rennserie als Gastfahrer an den Start gehen. Als Zuschauer waren sie schon oft bei einem Rennen auf der Rennstrecke in Oschersleben bei Magdeburg. Sie wissen also, was sie erwartet.

Ausgleich zum Beruf

Bis es soweit ist, sind aber noch viele Arbeitsstunden fällig. Neben seiner Arbeit für den Wohltätigkeitsverein „Speranta“ findet Janßen immer wieder Zeit, um zwischendurch zu basteln. Und auch Mario und Nico nutzen das Hobby als Ausgleich zum Berufsalltag, egal ob das Resultat ein Autorennen oder eine Urlaubsreise ist.

In dieser NWZ-Serie stellen wir Menschen aus den Stadtteilen und ihre besonderen Hobbys vor.




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11.06.2009
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