„Schließungen tun auch mir weh“

INTERVIEW Stadtelternratsvorsitzender Djure Meinen zur Zukunft der Grundschulen in Varel


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Djure Meinen ist Stadtelternratsvorsitzender. BILD:BRW Bild vergrößern

Stadtelternrat

Vorsitzender des Stadtelternrats ist Djure Meinen aus Büppel. Er ist auch in dem Arbeitskreis, der sich mit der Zukunft der Grundschulen befasst. Meinen hat im Internet ein Portal eingerichtet, in dem Eltern ein Podium gegeben wird.

Stadtelternrat.mixxt.de

Der Stadtelternratsvorsitzende Djure Meinen sieht die Schließung von drei Grundschulstandorten als notwendig an. Das sei notwendig, um die Zukunft der anderen Standorte zu sichern.

Von Hans Begerow

Frage: Herr Meinen, wie stellt sich der Stadtelternratsvorsitzende eine ideale Grundschullandschaft vor?

Meinen: Wir stehen in Varel vor dem Problem, dass wir in den nächsten vier Jahren statt 1000 nur noch 700 bis 750 Grundschüler haben werden. In dem Arbeitskreis zu den Grundschulen haben wir festgestellt, dass das nicht ausreicht, damit an allen acht Standorten gute Grundschule stattfinden kann. Deshalb glaube ich, dass der Arbeitskreis völlig richtig festgestellt hat: Wir müssen drei Grundschulen schließen.

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Frage: Das klingt für die Eltern in dem Einzugsbereich dieser Schulen hart.

Meinen: Das ist mir völlig bewusst. Das klingt sehr hart, und ist sogar noch härter vor dem Hintergrund, dass von der Schließung Standorte betroffen sind, wo es engagierte Lehrer und Eltern gibt. Denen anzutun, die Schulen zu schließen, tut mir weh.

Frage: Sie meinen das sonderpädagogische Angebot in Altjührden ...

Meinen: ... und auch das Ganztagsangebot an der Hafenschule. Diese Initiative auszubremsen, mag unklug erscheinen. Mir ist völlig klar, dass davon konkrete Eltern- und Schülerschicksale betroffen sind – aber in sechs bis acht Jahren wird man in der Rückschau sagen, dass es richtig war, diese Schulen zu schließen. Und diese Härte muss man dann als Stadtelternrat und in der Politik aushalten.

Frage: Wie weit ist die Diskussion in den Schulen gediehen, die Osterstraße zum Beispiel würde trotz veränderter Einzugsbereiche nicht dazugewinnen?

Meinen: Im Arbeitskreis haben wir in der letzten Sitzung einen Fehler gemacht, dass wir eine Korrektur, die der Schulwegsicherheit diente, durchgewunken haben. Eigentlich waren die Einzugsbereiche zwischen Schlossplatzschule und Osterstraße gleichmäßig verteilt worden – mit dem Ziel Zweizügigkeit und 20er-Klassen. Die Einzugsbereiche muss man nun noch einmal korrigieren. Darüber besteht auch Konsens. In der Osterstraße zeigt sich, dass wir handeln müssen. Dort gibt es eine – einzige und sehr große – erste Klasse. Um in beiden Schulen – Schlossplatz und Osterstraße – Zweizügigkeit zu garantieren, brauchen wir die Schüler der Hafenschule.

Frage: Dann lassen Sie uns über die Ganztagsbetreuung in der Grundschule reden. Können Sie sich nicht für eine Ganztagsbetreuung an der Hafenstraße erwärmen?

Meinen: Man muss in die gesamte Elternschaft schauen. In der Stadt scheint der Bedarf groß zu seien, und deshalb appelliere ich an die Schulen, sich Gedanken über das Thema zu machen. Ich sehe die Gefahr, dass wir uns bei den Schulschließungen verzetteln, dann werden wir uns Probleme in der Osterstraße und an der Schlossplatzschule holen. Dann werden wir dort Einzügigkeit bekommen.

Frage: Sie fürchten eine Abwanderung zur Hafenstraße?

Meinen: Genau.

Frage: Wie wird das in den betroffenen Grundschulen diskutiert?

Meinen: Die Eltern sind verunsichert. Um die Verunsicherung zu beenden, ist es nötig, schnell zum Konsens zu kommen. Auch unter den Kommunalpolitikern gibt es dazu Konsens. Nur leider wissen die nicht, zu welchem Ergebnis sie kommen wollen. Zumindest am Standort Hafenstraße ist der Protest sehr geschlossen, und das bewundere ich auch. Den Eltern ist es hoch anzurechnen. Niemand kann den Eltern etwas anbieten.

Frage: Hätte man nicht frühzeitiger die Diskussion führen müssen?

Meinen: Man hätte die ganze Diskussion viel früher führen müssen. Aber nun liegen die Argumente des Arbeitskreises auf dem Tisch, an uns ist es, um Verständnis zu werben.




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21.08.2009
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