Nicht nur eigene Meinung wiedergeben
Betrifft: Interview mit dem Stadtelternratsvorsitzenden Djure Meinen zur Zukunft der Schulstandorte (NWZ vom 21. August)
Von einem Stadtelternratsvorsitzenden erwarte ich, dass er als gewählter Vertreter bei einschneidenden Entscheidungen die Interessen der Eltern aller Schulen vertritt und nicht nur seine eigene Meinung wiedergibt. So hätte er sehr viel Unmut in der Elternschaft und auch der Politik vermeiden können, denn schließlich war er ja im Arbeitskreis, der über die Vareler Grundschulen ein neues Konzept erarbeiten und dem Schulausschuss vorlegen sollte, als Vertreter der Eltern mit involviert. Das Ergebnis des Arbeitskreises wurde inzwischen präsentiert und auch die NWZ berichtete mehrfach darüber. Dass vom Arbeitskreis ursprünglich nur ein Vorschlag ohne Alternative erarbeitet war, ist ja bekannt. Erst nach Protesten der Eltern wurden „ganz schnell“ andere Alternativen abgearbeitet und mit falschen Zahlen dem Schulausschuss vorgelegt.
Noch immer völlig ungeachtet sind dabei die Punkte Schulwegsicherheit, Integration, Schulkonzept, Zufriedenheit der Eltern mit der Lehrerschaft, demografische Entwicklung in den einzelnen Stadtgebieten usw.. Als Hohn empfinde ich in diesem Zusammenhang die Aussage von Herrn Meinen, dass man in sechs bis acht Jahren die Schließung von drei Grundschulen als richtig empfinden wird. Ist er Hellseher? Auch ist sehr bedenklich, dass er nur die zweizügige Schule als die ideale Schulform sieht, obwohl es Studien und auch Erfahrungen gibt, dass eine andere Schulform durchaus sinnvoll und möglicherweise auch für die Kinder besser ist.
Und wer sich die Zahlen der Schülerentwicklung in den einzelnen Stadtteilen einmal genau anschaut, wird feststellen, dass nicht die Schulen, die der Arbeitskreis als zu schließen aufführt, die „Verlierer“ im Stadtgebiet sind. Vielmehr hat der Stadtteil Büppel die Grundschule mit dem größten Schülerverlust in den nächsten Jahren. Ein Schelm, wer unter diesem Aspekt böses bei den Worten des dortigen Elternrates, Herrn Meinen, denkt. Oder sollte man besser sagen: Angriff ist die beste Verteidigung? Denn in den neuesten Szenarien des Arbeitskreises werden plötzlich einige Straßen, die bisher zur Grundschule Osterstraße gehören, der Grundschule Büppel zugeschlagen.
Alexander Cramer
Varel
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