„Stadt muss den Antrag jetzt stellen“

INTERVIEW Eltern der Grundschule Hafenstraße sprechen über Standorte und Ganztagsbetreuung


Die Eltern der Hafenschule sind erfreut über den Beginn der Ganztagsbetreuung. Sie setzen auf den Erhalt des Grundschulstandorts Hafenstraße.

Von Hans Begerow

Frage: Frau Graff, Herr Demme, Herr Busch, wie steht es mit der Ganztagsbetreuung in der Grundschule Hafenstraße?

Demme: Wir sind eigentlich auf gutem Wege. Die Kinder sind hellauf begeistert – das Interesse an dieser Schulform ist sehr groß. Es gibt Baugebiete im Einzugsbereich der Hafenstraße und eine stärkere Verjüngung der Einwohner im so genannten Ostpreußenviertel. Demnächst werden wir mehr Schüler haben. Auch nächstes Jahr wird es voraussichtlich keine Kombiklassen geben. Es kann auch nicht sein, dass die Zweizügigkeit einer Schule vor der Schulwegsicherheit steht.

Frage: Sie setzen also weiter auf den Schulstandort Hafenstraße?

Busch: Natürlich, die Schülerzahlen sprechen für uns, die Prognosen sagen, dass wir Schüler gewinnen werden. Warum sollte man einen Standort schließen, nur weil die Schule einzügig ist. Die Ganztagsbetreuung ist für viele Familien einfach notwendig, damit hebt sich die Stadt Varel heraus und kann sich ganz im Trend der Zeit für Familien attraktiv machen. Wir wollen das Modell fortsetzen, und deshalb muss die Stadt Varel beim Land offiziell die offene Ganztagsschule beantragen, um den notwendigen Zuschuss zu erhalten. Die Stadt muss jetzt den Antrag auf den Weg bringen.

Frage: Dann ist eine Schwächung der anderen Innenstadtstandorte zu befürchten.

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Graff: Nein, denn die Schülerzahlen im Stadtbereich werden nicht sinken und noch einmal: Es gibt keinen Beleg dafür, dass eine einzügige Grundschule keine gute Grundschule sein kann. Das hängt vielmehr von einem engagierten Kollegium, einer guten Lehrerversorgung, einem guten Schulkonzept und von einer engagierten Elternschaft ab.

Demme: Deshalb hat uns auch die Stellungnahme des Stadtelternratsvorsitzenden erschüttert, der offenbar die drei kleineren Standorte schließen möchte. Als hätte es keine Diskussion gegeben.

Busch: Wir bezweifeln auch die Prognosen für unsere Schule. Zehn Schüler hätten wir in diesem Herbst einschulen sollen, 14 sind es geworden.

Graff: Und in der dritten Klasse sind auch noch zwei drei Schüler dazugekommen.

Demme: Wir hatten zum Thema Standorte in unserem Positionspapier unter anderem die Kooperation mit den anderen Innenstadtgrundschulen vorgeschlagen, man könnte eine Bereichsgrundschule mit mehreren Standorten gründen, die Veränderung von Einzugsgrenzen oder Schulkooperationen von mehrereren Standorten. So etwas gibt es ja andernorts auch. Herr Meinen als Stadtelternratsvorsitzender soll seine Meinung nicht mit seinem Amt vermengen. Und hinsichtlich der Ganztagsbetreuung und auch bei der Zukunft der Grundschulstandorte gibt es im Stadtelternrat derzeit keinen Konsens.

Busch: Und auch im Arbeitskreis zur Schulentwicklung gibt es dazu keine einheitliche Meinung.




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29.08.2009
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