„Drei Jahre zwei Jobs gemacht“

VERWALTUNG Erster Stadtrat am 22. Oktober gewählt – Bürgermeister schlägt vor


DER ERSTE STADTRAT WIRD IN ÖFFENTLICHER SITZUNG GEWÄHLT, DIE ABSTIMMUNG IST ABER GEHEIM. DER KÜNFTIGE BÜRGERMEISTER-STELLVERTRETER SOLL ANFANG 2010 IN VAREL SEINE ARBEIT AUFNEHMEN.

VON CHRISTOPH KOOPMEINERS

Varel - Bürgermeister Gerd-Christian Wagner wird am Dienstag, 20. Oktober, dem Verwaltungsausschuss der Stadt Varel seinen Vorschlag für die Wahl seines künftigen Vertreters, dem Ersten Stadtrat, unterbreiten. Laut Niedersächsischer Gemeindeordnung hat der Bürgermeister das Vorschlagsrecht. Dieser Kandidat steht am Donnerstag, 22. Oktober, 19 Uhr, in einer öffentlichen Sitzung zur Wahl. Ziel von Wagner ist es, dass sein Stellvertreter zum 1. Januar seinen Dienst im Rathaus antritt.

„Ich kann es nicht mehr“

„Ich habe drei Jahre lang zwei Jobs gemacht. Nun ist es genug. Ich kann es nicht mehr“, sagte Wagner am Donnerstag. „Dadurch habe ich der Stadt bereits 200 000 Euro erspart.“ Seit Herbst 2006 ist er Bürgermeister in Varel. Vorher war er Erster Stadtrat und damit Stellvertreter von Bürgermeister Wolfgang Busch. Wagner hatte seine Laufbahn 1984 in der Vareler Stadtverwaltung begonnen. Nach kurzer Zeit in der Außenstelle Oldenburg des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge arbeitete er zehn Jahre in der Verwaltung der Universität Oldenburg. 2002 kehrte er als Erster Stadtrat nach Varel zurück.

38 Bewerber hatten sich nach Angaben von Wagner um die Stelle des Ersten Stadtrates beworben. Bis auf einen, der im Ruhrgebiet arbeite, seien alle in Norddeutschland beschäftigt. An den Bewerbungsgesprächen hätten sich Vertreter der Ratsfraktionen beteiligt. Über die in der engeren Auswahl stehenden Kandidaten wird im Verwaltungsausschuss am 20. Oktober noch einmal gesprochen. Dort wird auch Wagner seine Entscheidung für seinen Favoriten begründen.

Die seit drei Jahren anstehende Ausschreibung der Stelle für den Bürgermeister-Stellvertreter war im Mai mehrheitlich im Stadtrat abgesegnet worden. Nur die SPD-Fraktion hält die Position für überflüssig und würde sie auch gerne angesichts der Haushaltssituation einsparen. Die Aufgaben sollten nach Auffassung der SPD anderweitig in der Stadtverwaltung umverteilt werden.

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Mehrheit für Vertreter

CDU, FDP, Grüne, SDV und MMW sind jedoch der Meinung, dass in einer 25 000-Einwohner-Stadt wie Varel der Bürgermeister einen allgemeinen Vertreter braucht, weil die Aufgaben und Entscheidungsprozesse sehr vielfältig sind. Wagner will sich in Zukunft besondern um die Themen Schulen und Bauen/Wohnen kümmern, der Erste Stadtrat soll primär die innere Verwaltung sowie die Finanzen managen.


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09.10.2009
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