Qual der Wahl beim Schachspiel
FORSCHUNG Eröffnungsvarianten folgen einem statistischen Gesetz
Oldenburg - Brettspiele wie Schach faszinieren Menschen seit Jahrtausenden – nicht zuletzt wegen ihrer schier unendlich vielen möglichen Spielverläufe. Dass es möglich ist, den komplexen Entscheidungsprozess bei der Wahl von Schachzügen auf einfache quantitative Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen, zeigt eine Untersuchung der Arbeitsgruppe Mathematische Modellierung unter Leitung von Professor Dr. Bernd Blasius. Die neue Erkenntnis stellte Blasius nun gemeinsam mit Dr. Ralf Tönjes von der Ochanomizu Universität in Tokyo im Journal „Physical Review Letters“ vor.
Blasius untersuchte in einer quantitativen Analyse von umfangreichen Schachdatenbanken das Spielverhalten von Schachgroßmeistern und Amateurspielern. Dabei zeigte sich, dass die Häufigkeit von verschiedenen Eröffnungszügen durch statistische Gesetze beschrieben werden kann.
Die Wahl von verschiedenen Eröffnungsvarianten im Schach folgt einem Potenzgesetz: einer kleinen Anzahl von extrem populären Eröffnungen steht eine große Zahl von sehr selten gespielten Zugsequenzen gegenüber. Ähnlich breite Häufigkeitsverteilungen – bekannt als „Zipfsches Gesetz“ – finde man auch in vielen anderen Zusammenhängen wie zum Beispiel in der Häufigkeit bestimmter Wörter in einem Text, in der Größenverteilung von Städten oder in Verkaufsstatistiken, so Blasius.
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