„Ich sehe Tränen im Publikum“

INTERVIEW Roger Hodgson singt Hits von Supertramp – Konzert in Bremen


Von Karsten Krogmann

Frage: „Take The Long Way Home“ heißt Ihr neues Programm, benannt nach einem alten Hit Ihrer Ex-Band Supertramp. Wie fühlt es sich an, wieder zu Hause zu sein?

Hodgson: Ich bin überrascht und tief berührt, wie herzlich ich überall empfangen werde. Offenbar sind meine Songs noch sehr lebendig in den Herzen der Leute.

Frage: Warum hat es so lange gedauert, bis Sie zurückgefunden haben?

Hodgson: Als ich Supertramp 1983 verließ, hörte ich auf mein Herz, das mir sagte, es sei Zeit, mich um meine Familie zu kümmern. Ich hatte 14 Jahre meines Lebens Supertramp gewidmet! Jetzt sind meine Kinder erwachsen, und ich bin froh, wieder auf Tour zu sein und festzustellen, dass die Leute sich noch an mich erinnern. Viele sagen übrigens, meine Stimme sei kräftiger als je zuvor.

Frage: Seit 25 Jahren steht auf Ihren Platten „Roger Hodgson“, aber jeder denkt: „Supertramp“. Ärgert Sie das nicht?

Hodgson: Wissen Sie, das ist kompliziert: Obwohl ich zurzeit viele alte Songs singe, habe ich eine ganz neue Beziehung zu ihnen. Die Songs haben einen anderen Wert für mich: Ich weiß jetzt, dass ich ein musikalisches Erbe mit mir herumtrage, das für viele Menschen der Soundtrack ihres Lebens ist. Jede Nacht, wenn ich von der Bühne gehe, sehe ich das Lachen und die Tränen in den Gesichtern der Leute, weil sie in eine Zeit ihres Lebens zurückversetzt wurden, an die meine Lieder sie erinnert haben. Ich bin dankbar, dass ich einen Job habe, der mir die Chance gibt, die Herzen der Menschen zu erreichen. Ich weiß, dass ich damit die Welt nicht ändern kann – aber wenn ich Menschen helfen kann, sich ein bisschen besser zu fühlen, dann habe ich viel erreicht.

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Frage: Was ist das Geheimnis von Supertramp? Warum wurde ausgerechnet Ihre Band zur Super-Gruppe?

Hodgson: Ein Journalist erklärte unseren Erfolg mit „gefühlvollen, nachdenklichen Texten, raffinierter Pop-Empfindsamkeit, einzigartiger Musikalität und grandiosen Arrangements“ – dem kann ich doch nur zustimmen! Es war die Musik, die Supertramp Geltung verschaffte: Viele meiner Songs sind griffig und einprägsam. Supertramp war nie im Einklang mit der Mode, das war unser Glück. Wir machten das, was uns gefiel.

Frage: Können Sie sich vorstellen, Supertramp wieder zusammenzubringen?

Hodgson: Ich habe 2005 Rick Davis und seine Frau, die auch seine Managerin ist, nach einer Reunion-Tour gefragt. Damals hatten sie kein Interesse. Leider hatten Rick und andere Supertramp-Mitglieder dann Rechte-Streitereien, und es sieht nicht so aus, als ob sie jemals wieder touren würden. Also mache ich einfach allein weiter und feiere Wiedervereinigung mit den Fans.

Frage: Haben Sie denn noch Kontakt zu den anderen Supertramp-Mitgliedern?

Hodgson: Ja, zu allen.

Frage: In Ihrem Solo-Programm reduzieren Sie den Supertramp-Sound auf Klavier, Gitarre und Stimme, unterstützt nur von Saxofonist Aaron MacDonald. Waren Sie es leid, mit einer ganzen Band herumdiskutieren zu müssen?

Hodgson: Ich mag Solo-Konzerte, weil sie so kraftvoll und intim sind. In meinen Shows hören die Leute die Songs jetzt so, wie ich Sie ursprünglich geschrieben habe.




FUNKTIONEN
23.08.2008
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