Kälteste Ostern seit 38 Jahren
KLIMA Wetter-Kapriolen in weiten Teilen Europas – Viel Schnee und Regen
OFFENBACH/WIEN/ROM - Eiskalte Polarluft, massive Schneefälle und Stürme haben den Winter nach Europa gebracht. Oster-Urlauber in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien blieben auf eis- und schneeglatten Straßen stecken. In weiten Teilen Österreichs herrsche große Lawinen-Gefahr, wie die Warndienste am Montag meldeten. In den Alpen und im Norden Spaniens waren etliche Bergpässe gesperrt.
Die Wintersportler freuten sich indes über den üppigen Neuschnee, auch in den Mittelgebirgen. Die Urlauber in Südeuropa hatten dagegen mit starkem Regen, Wind und Sturmflut zu kämpfen.
Im österreichischen Vorarlberg kam ein Skifahrer (48) aus Baden-Württemberg in losgetretenen Schneemassen ums Leben. Auf der Nordsee-Insel Sylt starb eine 19-Jährige in der Nacht zum Montag bei einem Glatteis-Unfall.
An der ligurischen Küste riss eine bis zu fünf Meter hohe Welle einen 70-jährigen Italiener mit sich. Die Einheimischen sprachen von einer der stärksten Sturmfluten der vergangenen 50 Jahre. In Italien starben allein am Sonntag sieben Menschen bei wetterbedingten Verkehrsunfällen.
In schwerer See ertrank am Sonntag ein belgischer Fischer vor der englischen Kanalküste, nachdem er über Bord gegangen war.
In weiten Teilen Deutschlands sorgte eine geschlossene Schneedecke oberhalb von 300 Metern für weiße Ostern, wie der Meteorologe Norbert Bonanati vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach berichtete. Auf dem Brocken im Harz erreichte die Schneehöhe erstmals in diesem Jahr die Ein-Meter-Marke. Den Spitzenwert meldete die Zugspitze mit 2,90 Metern. „Die Gäste sind regelrecht überrascht von dem guten Wetter“, sagte ein Sprecher der Zugspitzbahn. Laut Wetterdienst Meteomedia vom Montag war es in Deutschland das kälteste Osterfest seit 38 Jahren.
Zwischen den Balearen und Griechenland wurden Sonnenhungrige dagegen bei ungemütlichen zehn bis 15 Grad von kräftigen Schauern und Gewittern überrumpelt. Dagegen machten dichter Staub aus der Sahara und Temperaturen um die 30 Grad Celsius den Menschen auf Zypern zu schaffen.
Auch nach Ostern lässt bei uns der Frühling weiter auf sich warten. „Gegen Ende der Woche wird es zwar etwas milder, aber das wechselhafte Wetter behält die Oberhand“, sagte der Meteorologe Andreas Meingaßner (Meteomedia) am Montag.
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