Leinenzwang für große Hunde
BEIßATTACKEN Niedersachsen plant schärfere Gesetze
HANNOVER - Große Hunde sollen in Niedersachsen an die Leine. Nach zahlreichen Beißattacken in den vergangenen Wochen will die CDU/FDP-Landesregierung die Gesetze verschärfen. Geplant ist eine Maulkorb- und Leinenpflicht für Hunde, die schwerer sind als 20 Kilo und größer als 40 Zentimeter. Verurteilte Gewalttäter und Drogenabhängige sollen künftig keine großen oder gefährlichen Hunde mehr halten dürfen.
Von der Maulkorb- und Leinenpflicht könnten nur Halter befreit werden, „die sich gemeinsam mit dem Hund einem Eignungstest beim Tierarzt unterziehen“, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, in Hannover. Außerdem soll künftig jedem Hund ein Datenchip unter die Haut eingepflanzt werden. Darauf soll die Adresse des Besitzers und das Ergebnis der Eignungsprüfung gespeichert werden. Hält sich der Besitzer nicht an die Chip-Pflicht, plant das Ministerium Geldbußen in dreistelliger Höhe. Bis August soll die Neuregelung verabschiedet werden.
Die Landtags-Grünen nannten die geplante Gesetzesverschärfung „unzureichend“ und forderten einen Hundeführerschein. „Gefährliche Hundehalter sind das Problem“, sagte der Grünen-Innenpolitiker Ralf Briese (Oldenburg).
In Hildesheim hatten am vergangenen Sonnabend Rottweiler zwei Kleinkinder und deren Mutter angefallen und schwer verletzt. Die Besitzerin der Hunde hatte 18 Vorstrafen u. a. wegen Drogendelikten und Körperverletzung. Wenige Tage später gab es weitere Vorfälle in Hildesheim, Salzgitter und auf Wangerooge. Die Regierung will aber kein generelles Freilaufverbot für Hunde.
Kommentar, S.4
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