Frisierte Mopeds auf Prüfstand

KONTROLLE Gerät misst Höchstgeschwindigkeit technisch manipulierter Zweiräder


DIE NEUE TECHNIK SOLL ZUR PRÄVENTION EINGESETZT WERDEN. DAS SAGTE INNENMINISTER UWE SCHÜNEMANN.

VON MARCO SENG, REDAKTION

Hannover - Keine Chance für frisierte Mopeds in Niedersachsen: Innenminister Uwe Schünemann (CDU) will die kleinen Raser mittels moderner Technik aus dem Verkehr ziehen. Die Polizei erhält sechs so genannte mobile Rollenprüfstände. Damit kann die Höchstgeschwindigkeit technisch manipulierter Zweiräder einfach und beweissicher nachgewiesen werden. Getestet werden soll vor allem vor Schulen. Die Polizeidirektion Oldenburg bekommt ihren Prüfstand laut Ministerium in drei Wochen.

Von frisierten Zweirädern gehe ein nicht unbeträchtliches Unfallrisiko aus, sagte Schünemann am Montag in Hannover. „Jugendliche, die erstmals ein Kraftfahrzeug besitzen, sehen oftmals weniger die Risiken als vielmehr die Vorteile der neu gewonnenen Mobilität.“ Manipulierte Mofas rasen häufig mit bis zu 70 Stundenkilometern über die Straßen. Erlaubt sind aber nur 25. Auch Mokicks und Leichtkrafträder werden frisiert. Bislang ist es laut Polizei schwierig, die technischen Manipulationen bei Verkehrskontrollen nachzuweisen. Spuren an den Fahrzeugen seien kaum erkennbar.

Nach Angaben von Johann-Markus Hans von der Polizei-Hochschule Münster, tauschen sich Jugendliche im Internet darüber aus, wie sie die Leistung ihrer Mofas frisieren können. „Das ist ein Riesen-Spaß für sie, die Polizei zu überlisten.“ Den Jugendlichen drohen bei Verstößen ein Bußgeld von 50 Euro, drei Punkte im Verkehrszentralregister und unter Umständen ein Strafverfahren. Die Polizei erwischte laut Ministerium im Jahre 2005 in Niedersachsen fast 5800 Moped-Fahrer ohne Fahrerlaubnis.

Der Rollenprüfstand, zu dem ein Laptop, ein mobiler Drucker und ein Anhänger gehören, kostet 14 000 Euro. Er wurde zusammen mit der Polizei-Hochschule entwickelt. Damit werde der Nachweis technischer Manipulationen deutlich vereinfacht, sagte Schünemann weiter.

Bisher hätten in der Regel Gutachter die Untersuchung des Fahrzeugs vorgenommen. Dabei seien für den Fahrzeughalter Kosten in Höhe von 400 Euro angefallen. Nach Angaben des Ministers zeigen bereits mehrere andere Bundesländer reges Interesse an dem Gerät.

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Schünemann kündigte an, dass die neue Technik nicht zur Ahndung, sondern vorrangig zur Prävention eingesetzt werden soll. Das Ministerium will dazu eng mit Schulen und Jugendeinrichtungen zusammenarbeiten. Jede der sechs Polizeidirektionen soll mit einem Prüfstand ausgestattet werden. Drei Geräte wurden gerade beschafft, das erste an das Polizeikommissariat Rinteln ausgeliefert.


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14.10.2008
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