Volksbegehren für längere Schulzeit

INITIATIVE Gruppe von Eltern und Lehrern fordert Reformen – Unterstützung durch Opposition


DIE BEFÜRWORTER WOLLEN AUCH MEHR GESAMTSCHULEN. ES MÜSSEN ÜBER 600 000 UNTERSCHRIFTEN GESAMMELT WERDEN.

VON MARCO SENG, REDAKTION HANNOVER

Hannover/Varel/Oldenburg - Seit Freitag werden in Niedersachsen Unterschriften für eine Schulreform gesammelt. Eine Initiative aus Eltern und Lehrern fordert unter anderem längere Schulzeiten an Gymnasien und Gesamtschulen. Das Abitur soll künftig wieder nach 13 Jahren abgelegt werden. Die Bürger können in den nächsten Monaten mit ihrer Unterschrift zudem dafür stimmen, dass Gesamtschulen leichter gegründet werden können. Das „Volksbegehren für gute Schulen in Niedersachsen“ will auch die bestehenden Vollen Halbtagsschulen erhalten. Die Initiatoren haben ein Jahr Zeit, um landesweit 608 730 Unterschriften zu sammeln. Wird dieses Quorum erreicht, muss sich der Landtag mit dem Volksbegehren befassen.

Angeschoben wurde das Volksbegehren von Eltern aus Hannover, Göttingen, Oldenburg und Braunschweig. „Wir wollen, dass unsere Kinder in Ruhe lernen und soziale Kompetenzen erwerben können, und nicht, dass sie immer schneller durch die Schulen getrieben werden“, sagte Tatjana Matuschke-Fricke, eine der Initiatorinnen. „Der Umgang der Landesregierung mit dem Widerstand gegen die Abschaffung der Vollen Halbtagsschulen hat einmal mehr gezeigt, dass Bildungspolitik in Niedersachsen nicht mehr im Sinne der Pädagogik gemacht wird“, erklärte Initiator Djure Meinen (Varel). Dagegen gelte es Zeichen zu setzen.

Die Initiative betonte, dass sie parteipolitisch unabhängig sei. Unterstützung bekam sie aber am Freitag von der Landtags-Opposition und der Lehrergewerkschaft GEW. Deren Landeschef Eberhard Brandt sagte, es gebe einen wachsenden Widerspruch bei Eltern, Städten und Gemeinden gegen die Bildungspolitik des Landes. Linke-Fraktionschef Manfred Sohn unterschrieb die Initiative.

Das Kultusministerium sieht den Vorstoß gelassen. Das sei „ganz normales demokratisches Recht“, sagte Ministeriumssprecher Andreas Krischat.

ANZEIGE


FUNKTIONEN
14.11.2009
Empfehlen Sie uns weiter:


Leserkommentare (0)
Wie ist Ihre Meinung? Um Artikel kommentieren zu können, benutzen Sie bitte diese Kommentarbox. Auf der Folgeseite können Sie sich registrieren bzw. mit Ihrem NWZ-Zugang anmelden. Beachten Sie dabei unsere Diskussionsregeln.




WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT

Thümler will zu Nacke

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen Björn Thümler (Berne) und Jens Nacke (Wiefelstede). So vertrauensvoll, dass in Hannover bereits Gerüchte kursieren, der CDU-Fraktionschef und sein Parlamentsgeschäftsführer seien in eine Wohngemeinschaft eingezogen. Thümler hat das jetzt glaubwürdig dementiert, räumte aber ein: „Wenn eine zweite Wohnung in der Straße frei wird, ziehe ich rüber“mehr

Brand bei Grotelüschen kein Anschlag

Die Aufklärung des Brandes einer Papiermülltonne bei der Mastputenbrüterei Grotelüschen wird immer unwahrscheinlicher. Das teilte am Mittwoch der Oldenburger Staatsanwalt Rainer du Mesnil de Rochemont dieser Zeitung mit. „Wir haben bislang noch keine Zeugen, die uns weiterhelfen können“, erklärte er. Die Suche nach Zeugen gestalte sich vor allem deshalb schwierig, weil der Brand nachtsmehr

Daten zu lange gespeichert

Die jahrelange Speicherung von persönlichen Daten eines Atomkraftgegners trotz der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen ihn war rechtswidrig. Das hat das Lüneburger Verwaltungsgericht festgestellt. Der Kläger, ein Kreistagsabgeordneter aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg, sei dadurch in seinem Persönlichkeitsrecht erheblich beeinträchtigt gewesen, hieß es.
mehr

Touristen staunen über Wasser-Wunder

Die Anerkennung der mittelalterlichen Oberharzer Wasserwirtschaft als Unesco-Welterbe vor einem Monat hat zu einem großen Besucher-Interesse geführt. Die Zahl der Anfragen für Führungen und Exkursionen bei den Harzwasserwerken in Clausthal-Zellerfeld habe sich verdreifacht, sagte ein Sprecher.
Auch der Harzer Tourismusverband registriert ein wachsendes Interesse an Informationen über die Anlagenmehr

SPD und Grüne klagen gegen Etat

Die Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen werfen der Landesregierung unzulässige Finanz-Tricks vor. Deshalb haben sie jetzt eine Verfassungsklage gegen den dritten Nachtragshaushalt 2009 und den Etat 2010 eingereicht. Es kann aber lange dauern, bis der Staatsgerichtshof in Bückeburg darüber entscheidet.
SPD und Grüne kritisierten am Mittwoch in Hannover, die Landesregierung habe bei der Höhemehr

Anzeige
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Stellenanzeigen
Flohmarkt

Überregional
immowelt.nwzonline.de stellenanzeigen.nwzonline.de
Umfrage

Wie schätzen Sie die Sicherheit von Online-Banking ein?




NWZ-Wetter
NWZ-Wetter
Vorschau
Wetterfrosch
Panorama-Tour Oldenburg
Freizeitplaner
SONDERTHEMEN
Sonderthemen
 
RSS-DiensteRSS-Dienste| RSS-DiensteWebcams| Kontakt| Impressum| Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat