Risikospiele bleiben großes Reizthema

FUßBALL 100 VfB-Fans diskutieren mit Polizei über Stadionsicherheit – Runder Tisch geplant


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Diskutierten auf dem Podium über das Vorgehen bei Risikospielen sowie das Zaunfahnenverbot: (von links) Eckehard Schütt, Johann Kühme, Norbert Münch, Hans-Jürgen Klarmann, Dr. Frank Quante, Jörg Rosenbohm und Jost Glaeseker. BILDER (2): PIET MEYER Bild vergrößern

BEIDE SEITEN WOLLEN IM GESPRÄCH BLEIBEN. DAS OBERLIGA-DERBY GEGEN EMDEN ERHITZT NOCH IMMER DIE GEMÜTER.

VON OLIVER BLOCH

Oldenburg - Über das Ziel waren sich Fans, Polizei und Verein trotz vieler Streitpunkte einig. „Wir wollen Emotionen im Stadion erleben, die aber nicht in Gewalt umschlagen dürfen“, sagte Jörg Rosenbohm, Geschäftsführer des VfB Oldenburg zu Beginn der Podiumsdiskussion am Mittwochabend im Müggenkrug.

Rund 100 Fans des Fußball-Oberligisten nutzten die Gelegenheit, auf Einladung des Vereins mit Vertretern von Polizei und Niedersächsischem Fußball-Verband (NFV) über ein „entspannteres Miteinander“ im Stadion zu sprechen.

„Die gute Beteiligung zeigt die Bedeutung des Themas“, stellte Dr. Frank Quante vom Oldenburger Präventionsrat fest, der die knapp zweistündige Diskussion moderierte. Entspannt und friedlich ging es jedenfalls in den vergangenen Monaten rund um das Marschwegstadion nicht immer zu. Die Gewaltausbrüche beim Spiel gegen Meppen und vor allem gegen Goslar hätten viel Vertrauen zerstört, kritisierte die Polizei.

„Ein friedliches Miteinander ist wichtig. Über die Regeln können wir sprechen, sie müssen dann aber auch eingehalten werden“, forderte Johann Kühme, Leiter der Polizeiinspektion Oldenburg/Ammerland.

In diesem Punkt sahen die Fans aber auch die Polizei in der Pflicht und erinnerten an den umstrittenen Einsatz der Sicherheitskräfte vor dem „Risikospiel“ gegen Kickers Emden im November des Vorjahres. Eine Spezialeinheit der Bereitschaftspolizei war unter anderem vor den Räumen der Oldenburger Faninitiative (OFI) aufgetaucht und vergriff sich nach deren Angaben deutlich im Ton und bei der Wahl ihrer Mittel. „Da hat die Polizei uns friedlichen Fans gegenüber wenig Fingerspitzengefühl gezeigt und viel kaputt gemacht“, bemängelte VfB-Fan Christoph Janßen.

Einsatzleiter Norbert Münch kritisierte zwar das geschilderte Verhalten seiner Kollegen, rechtfertigte aber das Anfordern der Spezialeinheit: „Wenn zu befürchten ist, dass verfeindete Fangruppen aufeinander treffen, müssen wir sie trennen.“ In der laufenden Saison stufe die Polizei – neben allen Auswärtsspielen des VfB – jedoch nur zwei Heimpartien als Risikospiel mit erhöhter Brisanz ein: die gegen Emden und den SV Meppen (Rückrunde).

Bei diesen Spielen könne die Polizei keine Fahnen am Zaun des VfB-Blocks dulden, da aus Sicherheitsgründen freie Sicht gewährleistet sein müsse. Die OFI hingegen bestreitet, dass sich Gewalttäter dahinter verstecken können. „Für uns ist Fußball ein Teil der Kultur. Wenn wir dann in wichtigen Spielen die aufwendig gestalteten Fahnen nicht zeigen dürfen, ist das frustrierend“, erläuterte OFI-Mitglied Jost Glaeseker.

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Polizei, Verein und Fans verständigten sich darauf, in diesem Punkt Lösungen zu suchen. Pierre Groen vom Fanclub „Commando Donnerschwee“ schlug vor, dass sich die Polizei während der Risikospiele trotz Zaunfahnen im freien Nachbarblock einen Überblick verschaffen könne.

Einen Neubeginn empfahl auch Eckehard Schütt vom NFV, der dem VfB nahe legte, einen Fanbeauftragten zu ernennen. „Es muss wieder Vertrauen aufgebaut werden. Die Verantwortung für die Sicherheit kann der Polizei jedoch keiner nehmen.“

Am Schluss der Diskussion herrschte dann wieder Einigkeit im Müggenkrug: Die Beteiligten wollen im Gespräch bleiben und einen Runden Tisch zum Thema gründen.

www.NWZonline.de/oberliga


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05.02.2010
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