Wasserverband finanzierte Silberhochzeit von Vorsteher Funke

VORWURF Wasserverband hält Zuschuss für angemessen – 8000 Euro Erstattung?


Dangast/Brake/Oldenburg - Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) kommt ins Schwimmen. Nach Informationen der NWZ hat der Verband die Silberhochzeitsfeier seines Vorstehers Karl-Heinz Funke weitgehend finanziert. Es geht um eine Summe von 8000 Euro, die Funke für die Feier erstattet worden sein soll.

Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) bestreitet den Vorwurf energisch. Wohl habe er „einen Zuschuss“ zu der Silberhochzeit erhalten. Dieser Zahlungsmodus entspreche aber einem alten Vorstandsbeschluss des OOWV, der für alle Vorstandsmitglieder des Wasserverbandes gelte. Wenn Geschäftsleute und Partner des Verbandes daran teilnähmen, sei es üblich, dass der OOWV einen solchen Zuschuss gewähre, sagte Funke am Freitag.

Gleichwohl wurde für diesen Sonnabend in Oldenburg eine Vorstandssitzung des OOWV anberaumt. Dabei soll womöglich die Ablösung Funkes und des Verbandsgeschäftsführers Hans-Peter Blohm beschlossen werden.


FUNKTIONEN
20.12.2009
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Leserkommentare (27)
Ingo-Volkmar.Altrock
- 23.12.2009 10:56 Uhr
@Ollus

Wer denn sonst, wenn nicht die Medien sollten dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie haben recht, es gibt in der Tat Medien die erstens ihre Macht missbrauchen u. zweitens so manchem "unschuldigen" vorverurteilt und das Genick gebrochen haben. Dummerweise gehört auch zu diesen Medien -Das Blatt mit den großen Buchstaben- leider immer noch zu der meist gekauften u. gelesenen Zeitung. Das aber nur am Rand. Erst wenn Dinge wie Funkes Fall bekannt werden, kann auch darüber berichtet werden. Stellen Sie sich doch einfach mal vor, was wohl in unserem Land passieren würde wenn es nicht die "Kontrollinstanz" der Medien u. des freien Journalismus geben würde.
Ich finde es einfach erschreckend wie sehr die guten Sitten verfallen. Da ist vom Homo Ökonomius die Rede! Ja, dass sind wir mittlerweile wohl alle geworden bzw. ohne unser persönliches zutun gemacht worden. Ganz unmerklich für den Einzelnen. Immer mehr, immer größer, immer weiter etc.Wir sind immer wieder dann erschrocken, wenn solche Dinge wie die jetzt um Herrn Funke publik werden. Die hier im Forum abgegebenen Meinungen haben nach meinem Eindruck nicht mit „über einen herfallen“ zu tun. Sie spiegeln nur die Empörung der Bevölkerung wider.
In den letzten Jahren sind immer häufiger Stimmen zu vernehmen, die das Verhalten unserer Jugendlichen kritisieren, da ist immer wieder die Rede davon, dass unsere Jugendlichen wohl keine Werte mehr kennen und sich deshalb so verhalten das sie Grund u. Anlass zu Kritik geben. Von den Auswüchsen dieser Verhaltensweisen will ich hier gar nicht sprechen. Auch die sind hinreichend bekannt. Nur warum sind unsere Jugendlichen eigentlich so wie sie sind?Es gibt leider mittlerweile immer mehr Funkes die auch unseren Jugendlichen vorleben, wie sich Egoismus, Betrug, Untreue, Korruption, Steuerhinterziehung im großen Stil etc. lohnen. Und diese sogenannte Elite (Vorbilder) prägen durch ihr Verhalten viele Menschen in unserem Land. Getreu nach der Devise: „Wenn die sich das alles – häufig genug, wenn überhaupt, lächerlich bestraft - rausnehmen dürfen, warum dann nicht ich auch“! So greift der Egoismus, die Rücksichtslosigkeit etc. immer weiter um sich. Deshalb ist es wichtig u. richtig, wenn Fälle wie die des Funke und Konsorten aufgedeckt u. einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vielleicht führt auch die hier im Forum festzustellende Empörung Vieler dazu, mal über unsere Gesellschaft und deren Entwicklung einmal nachzudenken
emmsch
- 22.12.2009 22:30 Uhr
@RKR
Als Ja-Sager und Mitläufer wurden nicht die an einer Weihnachtsfeier teilnehmenden MitarbeiterInnen bezeichnet, sondern das an der Spitze stehende "Netzwerk", welches solche Machenschaften absegnet oder deckt. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her.
Mit "üppig" ist sicherlich die Größe der Feier , nicht der Umfang der Speisekarte gemeint. Daß durch solche "sozialen" Maßnahmen der Obrigkeit, Bedienstete eingebunden und u.U. dahingehend korrumpiert werden, daß die Gefahr interner Kritik abgeschwächt wird, ist m.E. nicht von der Hand zu weisen.

Man sollte sich vor Augen halten :
"Der OOWV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ohne Gewinnerzielungsabsicht. Alle erzielten Überschüsse werden wieder investiert.Die Mitglieder des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes - Landkreise, Gemeinden, Städte und ein Verband - bilden die Verbandsversammlung. Diese wählt aus ihren Reihen die Finanzkommission, die Baukommission und den Vorstand. Die Vorstandsmitglieder, mit Ausnahme des Geschäftsführers, sind ehrenamtlich tätig."
(Zitat der OOWV Homepage - die übrigens in Bezug auf den Vorstand einer Aktualisierung bedarf)

Ein wahrer Ehrenmann , der 60t€ / Jahr für sein Ehrenamt kassiert und nichts dabei findet sich seine privaten Feiern bezuschussen zu lassen.Nur ein weiteres Glied in einer Kette von Funkes Affären:
Pinkeln,Spesen,Schwarzbau...

In den meisten Unternehmen der freien Wirtschaft bezahlen die MA (einen Teil) zur Weihnachtsfeier hinzu, etwaige Zuschüsse wurden im
unternehmerischen Wettbewerb erwirtschaftet. Dies ist beim OOWV nicht der Fall. Zudem profitieren die MA unter anderem auch noch von Möglichkeiten wie vergünstigten Urlauben in verbandseigenen Einrichtungen.Das nur als Beispiel unter Anderen.
Ich habe grundsätzlich erste einmal nichts gegen ein solches Engagement,würde mich als Bürger weniger daran stören, wenn ich nicht quasi zwangsverpflichtet wäre das System als Kunde mit zu finanzieren.
Ich habe ja nicht die Möglichkeit meinen Versorger - analog zum Strommarkt - zu wechseln.
Um bei dem Vergleich zu bleiben, wenn ich den Eindruck habe, daß die EWE nicht sorgsam mit den Einnahmen wirtschafte und / oder keine marktgerechten Konditionen bietet, dann wechsle ich den Anbieter.
Hier kann ich aber nicht sagen, ab dem nächsten Monat "ist mein Wasser yello".
Sie mögen da eine andere Meinung haben, aber diese Tatsache merkt man ihrem Arbeitgeber und manchen seiner Arbeitnehmer in ihrem Verhalten an.
RB123
- 22.12.2009 18:47 Uhr
@ ollus

Warten Sie doch einfach mal ab, was da noch alles berichtet wird.

"Unser Karl-Heinz" (auch ich habe ihn früher gewählt) hat sich, bevor er in die ganz große Politik einstieg, unheimlich und äußerst ehrenwert für die hiesige Region verdient gemacht - da gebührt ihm höchste Anerkennung. Irgendwann aber verlor er die Bodenhaftung ...

Diese Silberhochzeitssache ist ja nicht der einzige Fauxpas der Vergangenheit. Allein das letzte Jahr brachte ihm viele negative Schlagzeilen (stöbern Sie über die Suchfunktion einfach mal im NWZ-Archiv oder über google). In seiner Heimatstadt "tyrannisiert" er den Rat der Stadt, dessen Vorsitz im Frühjahr dann verlor.

Er ist nicht mehr "unser" Karl-Heinz, er ist ein anderer geworden. Leider.

Er war ein echter Sozial(er)-Demokrat.
ollus
- 22.12.2009 17:57 Uhr
Ich verstehe Ihre Kritiken ja, aber ich verstehe solche Kommentare wie: der war ja mal dran, oder das ist noch nicht die Spitze des Eisberges. Auch verstehe ich nicht wieso das erst jetzt rauskommt! An wem das liegt, ist mir auch völlig schnuppe. Ich finde diese ganze "Kindergartengehabe" zwischen Funke, Parteikollegen und NWZ lächerlich. Das hat für mich alles zusammen einen Hintergrund. Wer da jetzt, der Schuldige ist, ist mir auch völlig egal. Es wird nur lächerlich, und das die örtliche Presse da auch noch mitmacht, finde ich ebenso lächerlich. Hier haben sehr viele Menschen Mist gebaut, aber anstatt sich hinzustellen und zu sagen: "Schluss jetzt, wir regeln das wie Männer" beschiessen sie sich weiter. Sicherlich hat der Herr Funke immer gut ausgeteilt und wird auch einstecken können. Was der Herr Selemi mit seiner Annonce erreichen wollte versteht auch wohl keiner. Warum diese Finanzierung der Silberhochzeit erst zwei Jahre nach stattfinden erst an Öffentlichkeit kommt, kapiert auch wohl keiner. Vllt. sollten die Vareler, die Gemeinnützige, etc. mal die Dienstfahrten (-reisen) in den 70er Jahre durchleuchten.......
Sie haben natürlich alle Recht das so etwas nicht in Ordnung ist und wenn sie sich aufregen das Herr Funke mit 60 000 Euronen für ein Ehrenamt entschädigt worden ist, dann geben Sie nicht ihm die Schuld. Er hat nur genommen (im wahrsten Sinne ;-))

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und der Gesellschaft weniger Mediengeilheit. Denken Sie nicht nur an arme, kranke, etc. sondern auch an solche die unschuldig durch Geschwätz, Laberei ins Gerede gekommen sind und dadurch nicht nur Familie, Freund und Arbeit verloren haben. Im Grundgesetz steht immer noch, dass jeder bis zu seiner Verurteilung als unschuldig gilt!
Kohlkönig
- 22.12.2009 17:22 Uhr
@ollus

So ganz verstehe ich Ihren Beitrag nicht. Ich als einer der Kritiker, der "jetzt aus dem Häuschen kommt", reagiere auf Sachverhalte, die mir erst jetzt bekannt geworden sind. Ich wusste vorher nichts von der von Beitragszahlern des OOWV finanzierten Silberhochzeit des Herrn Funke, auch war mir nicht bekannt, dass man eine mit 60 000 Euro dotierte Stelle als "Ehrenamt" bezeichnet und diesen wohl als unangemessen niedrig eingeschätzten Betrag lediglich als "Aufwandsentschädigung" begreift. Ich halte deshalb eine Kritik nicht für feige, eher das Verhalten des OOWV und des Herrn Funke, die die Finanzierung der Silberhochzeit erst nach einer Presseveröffentlichung gegenüber der Öffentlichkeit zugegeben haben. Dass die Familie Funke nun "kein schönes Weihnachtsfest" hat - daran hat das Familienoberhaupt doch wohl selbst Schuld. Ein Anlass für Medienschelte ist hier nicht gegeben, schließlich hat die NWZ bei Funke um eine Stellungnahme nachgesucht, dieser war aber offenbar nicht dazu bereit. Und was Uli Hoeneß und der Taximörder mit dieser Sache zu tun haben, das bleibt wohl Ihr Geheimnis...
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