SPD wartet weiter auf Ergebnis

OOWV-AFFÄRE Ratsfraktion schließt sich Ultimatum nicht an


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Karl-Heinz Funke am Tag seiner Abwahl als Ratsvorsitzender in Varel am 19. Februar 2009. Rechts: Stellvertretende Ratsvorsitzende Hannelore Schneider. BILD: ARCHIV/WÖBKEN Bild vergrößern

DIE SPD-FRAKTION SCHLIEßT SICH DER RÜCKTRITTSFORDERUNG NICHT AN. SIE BEDAUERT, DASS DIE AFFÄRE DAS BILD VON FUNKE PRÄGE.

VON HANS BEGEROW

Varel - Die SPD-Fraktion im Vareler Rat hat sich der Forderung des SPD-Kreisverbands Friesland nach einem Amts- und Mandatsverzicht des SPD-Politikers Karl-Heinz Funke nicht angeschlossen. Funke habe einen moralischen Fehler gemacht, den er bedauere. Dafür habe sich Funke auch entschuldigt und Konsequenzen mit dem Rücktritt als Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes gezogen, teilte SPD-Fraktionsvorsitzender Alfred Müller am Sonntag mit.

Kritik an Kreis-SPD

Die SPD-Fraktion akzeptiere die Entschuldigung Funkes. Zuvor hatten sich Funke und die elf übrigen Fraktionsmitglieder über die „Angelegenheit Silberhochzeit Funke“ (so die Überschrift der abschließenden Erklärung) beraten. Kritik übte Müller an der Forderung des SPD-Kreisverbands, Funke solle seine Ämter und Mandate zurückgeben. Das komme einer Vorverurteilung gleich und werde von der Fraktion nicht geteilt. Die Klärung der Vorwürfe habe schließlich erst begonnen. Es werde vergessen, dass sich Funke über Jahrzehnte für die Menschen und die Stadt in beispielloser Art und Weise eingesetzt habe, heißt es in der Erklärung weiter.

Funke selbst schloss einen Rücktritt nicht aus, zögerte aber mit einer Entscheidung. „Jedenfalls nicht heute“, sagte Funke der NWZ auf Nachfrage, ob er seine Mandate und Ämter aufgebe.

Kreisvorsitzender Olaf Lies erneuerte seine Forderung, Funke müsse seine Ämter und Mandate aufgeben. „Ich erwarte diese Woche ein Ergebnis“, sagte Lies. Einstimmig, bei Enthaltung der Vareler Mitglieder, hatte der Kreisvorstand Funkes Amtsverzicht am Tag vor Silvester gefordert (die NWZ berichtete). Notfalls werde man Funke als Kreistagsvorsitzenden abwählen, hatte Kreisvorsitzender Olaf Lies angekündigt.

Hintergrund der anhaltenden Kritik an Funke ist die OOWV-Affäre. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, dessen Vorsteher Funke von Juni 2001 bis zum 19. Dezember 2009 (dem Tag des Bekanntwerdens der Affäre) war, hatte die Silberhochzeit von Karl-Heinz und Petra Funke im September 2007 mit 8000 Euro bezuschusst. Zahlreiche Gäste hatten seinerzeit an der Feier in der Kuranlage Deichhörn in Dangast teilgenommen (die NWZ berichtete).

OOWV-Vorstand tagt

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An diesem Montag tritt übrigens der Vorstand des OOWV zusammen, um über die Affäre und das weitere Vorgehen zu beraten. Funkes Stellvertreter Jürgen Focke, der Bürgermeister von Lastrup (Kreis Cloppenburg), hatte nach Funkes Rücktritt seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Amt des Vorstehers erklärt.

In Varel hatte sich der OOWV, er ist Betreiber der Abwasserbeseitigung, zuletzt mit einem Angebot für die Betriebsführung des Wasserwerks und die Dienstleistungskonzession für das Quellbad eingebracht. Beides wurde abgelehnt.


FUNKTIONEN
04.01.2010
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Leserkommentare (3)
s.imken
- 04.01.2010 18:29 Uhr
Herr Funke zeigen sie doch soviel Anstand und treten zurück!Natürlich haben die Bürger sie gewählt, aber doch in der Hoffnung mit einem aufrichtigen Politiker zu tun zu haben. Ich zumindest verstehe auch nicht ihre Vareler Parteikollegen, die stehen nicht zu ihnen, die haben doch nur *zensiert* ! Ich glaube ich spreche für viele Bürger, wenn ich sag:Jetzt ist schluss, man kann diese Dinge nicht trennen, auch wenn sie das gerne so hätten. Das hätten sie sich vorher überlegen müssen!
ruesenberg
- 04.01.2010 17:41 Uhr
Herr Funke
Wenn Sie noch einen Funken Ehrgefühl besitzen treten Sie umgehend von allen politischen Ämtern zurück.
Sie könnten sonst nur noch als schlechtes Beispiel eines koruppten, raffgierigen an seinen Pfründen hängendern Politikers dienen und der SPD einen Bärendienst erweisen.
Hier müsste die Staatsanwaltschaft umgehend tätig werden.
disindevil
- 04.01.2010 10:54 Uhr
habe ich doch stehts von herrn funke nur gutes gedacht,als minister und auch in den letzten jahren-aber einmal politiker,immer politiker... die mitnahmementalität unserer bürgervertreter greift also auch in der ebene um sich-zahlen tun ja andere!es reicht ja nicht das unsere bürgervertreter sitzungsgelder und büropauschalen,dienstwagen und fortbildungsreisen,etc. bekommen-nein man muss auch noch aus dem laufenden geschäft etwas abzweigen... entschuldigung und rückzahlung sind da ja nicht nur selbstverständlich, sondern nur der erste schritt.unsere politiker sollten sich was schämen!auch sie herr funke.wie soll man jugendlichen,kindern und zukünftigen wählern eigentlich noch vermitteln, dass wir ein volk sind, das sich ehrlich und selbst gewählt verwaltet,wenn die gewählten vertreter nur noch so arbeiten das vertuscht,verschleiert und verballhornt wird... ein zutiefst enttäuschter th.frese, obersulm
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