Prüfbericht entlarvt Praktiken
FUNKE-AFFÄRE Beim OOWV wird am Montag endlich „reiner Tisch“ gemacht
Volles Rohr: Dem OOWV steht am kommenden Montag eine brisante Verbandsversammlung bevor. ARCHIVBILD: T. HUSMANN 
VON FRANK JUNGBLUTH
BRAKE - Wenn sich am Montag um 10 Uhr in der Braker Zentrale des Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) die Mitglieder der Verbandsversammlung zur Sondersitzung treffen, soll endlich alles offengelegt werden. Alles, was den Verband seit Wochen im Zusammenhang mit der Affäre um den ehemaligen Vorsteher Karl-Heinz Funke und den früheren Geschäftsführer Hans-Peter Blohm erschüttert.
Nachdem Funkes fingierte Rechnungen für seine Silberhochzeitsfeier bekannt wurden, musste der Vorsteher sein Amt aufgeben. Sein selbst verkündeter Rücktrit ist eine vornehme Formulierung dafür, dass der Vorstand des OOWV sowohl ihn als auch Blohm zum Verzicht auf ihre Posten gedrängt hat.
Denn bereits sechs Tage vor dem offiziellen Amtsverzicht der beiden wurden Funke und Blohm mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Bei der Sitzung am 14. Dezember 2009 im Haus des OOWV in Oldenburg mussten die OOWV-Spitzenmänner schließlich zugeben, dass sie eklatante Verstöße gegen die Satzung begangen haben. Zum Einen hatte Funke sich seine Silberhochzeit vom OOWV bezahlen lassen und das noch am 10. Dezember bei der OOWV-Verbandsversammlung zu verschleiern versucht. „Es ist den Mitgliedern am 10. Dezember wissentlich die Unwahrheit gesagt worden“, bestätigt Landrat Frank Eger.
So weist der Prüfbericht des Geschäftsjahres 2007 vier Rechnungen für 415 Portionen vom Buffet des Restaurants „Altes Zollhaus“ in Dangast auf – Summe: 8082,50 Euro. Für das Geld sollen angeblich „Dankeschön-Veranstaltungen“ für Anlieger ausgerichtet worden sein. Es war aber die Silberhochzeit des Vorstehers Funke, die diesen Rechnungen zu Grunde liegt.
Der zweite gravierende Vorwurf ist eine ungewöhnliche Gehaltserhöhung, die Ex-Vorsteher Funke dem früheren Geschäftsführer Blohm per Unterschrift genehmigte. Der Vorstand hatte beschlossen, Blohm solle maximal 200 000 Euro verdienen. Bekommen haben soll er zum Schluss fast 100 000 Euro mehr.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat inzwischen die Unterlagen für die Ermittlungen in der Funke-Affäre vom OOWV bekommen.
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Es geht schließlich um unsere Gebühren, die hier wie im Casino "verpockert" werden.
Kann mal ein Kunde seine Rechnungen nicht pünktlich bezahlen, wird ihm sofort der Wasserhahn gesperrt.
Ich denke, Herr Focke sollte sich unbedingt mal mehr Gedanken über die Leute machen, die dahinterstecken, und auch ihre Vorteile daraus gezogen haben.
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Neue Bescheidenheit?
Wer ist denn der OOWV?
Der OOWV besteht doch nicht aus dem Verbandsvorsteher, dem Geschäftsführer und dem Vorstand – der OOWV, das sind auch ca. 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit vielen Jahren sehr gute Arbeit leisten, oft mit hohem persönlichen Einsatz, in vielen Fällen „unterbezahlt“. Ebenso steht der OOWV für beste Trinkwasserqualität, innovative Abwasserentsorgung, beispielhaften Grundwasserschutz und hervorragende Umweltbildung. Den OOWV auf das Fehlverhalten seiner „Führungsriege“ zu reduzieren, wäre schade und wird denen, die den OOWV tatsächlich repräsentieren – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – nicht gerecht! Der Druck ist so schon hoch genug.
Ich wünsche allen OOWV` lern, dass sie selbstbewusst und mit hoch erhobenem Haupt in die Zukunft schauen. Alles Gute!