Farbenfrohes Paralympics-Finale
ABSCHLUSS Marathonrennen beenden die Wettkämpfe – Öffentlichkeit nutzen
Gewann im Marathon die letzte Goldmedaille der Paralympics in Peking: Die Schweizerin Edith Hunkeler BILD: IMAGO 
Peking - Um 21.22 Uhr (Ortszeit) am Mittwoch erlosch in Peking das Paralympische Feuer. Still und leise. Dieser Moment stand ganz im Gegensatz zu dem Rest der Schlussfeier, der farbenfroh und verträumt war und in dem sich die Athleten von der chinesischen Hauptstadt verabschiedeten. Am Ende der Schlussfeier überreichte der Pekinger Bürgermeister Jinglong Guo die Paralympische Flagge an den Gastgeber der Paralympics 2012, Londons Bürgermeister Boris Johnson.
„Das waren die besten Paralympics aller Zeiten“, sagte Phil Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Craven sah die vorherige Kritik an Gastgeber China nicht bestätigt. „Was haben wir im Vorfeld nicht alles in den Medien gehört über China. Da habe ich selbst Zweifel bekommen“, sagte der Brite.
Die deutsche Fahne trug bei der Schlusszeremonie die erfolgreichste deutsche Behindertensportlerin aller Zeiten, Marianne Buggenhagen. Die stimmungs- und stilvolle Feier, die unter dem Motto „Zukunft“ stand und in Stil und Farbenauswahl teilweise an das Musical „König der Löwen“ erinnerte, wurde von mehr als 2000 Protagonisten dargeboten.
Peking ist „eine Dimension mehr“ und ein „Meilenstein“, sagte der deutsche Gold-Radler Michael Teuber. „Hier wurden die behinderten Sportler optimal betreut.“ Alles sei „vom Feinsten“. „Sie wollen der Welt auch etwas zeigen“, verwies Teuber darauf, dass es auch darum ging, das Ansehen aufzupolieren.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) will das gewachsene öffentliche Interesse nach den Paralympics nutzen und die Professionalisierung vorantreiben. Mit Eliteschulen, neuen Trainingszentren, hauptamtlichen Trainern, regelmäßiger Förderung des Top-Teams, Kooperationen mit Verbänden und verstärktem Einbinden der Behindertensportler in den „normalen“ Spielbetrieb will der Verband die Basis für eine weitere Annäherung an die Nicht-Behinderten legen.
Zwar sei es wichtig, dass im Behindertensport und bei Paralympics immer „für alle Behinderungsarten etwas dabei ist“, so der Chef de Mission Karl Quade: „Aber wir möchten den erhaltenen Schub nutzen und werden entsprechend in die Gespräche mit der Politik gehen.“
Besondere Unterstützung erhoffen sich die Behindertensportler von Bundespräsident Horst Köhler, der durch seinen Besuch und den Empfang der Athleten in der deutschen Botschaft seine Verbundenheit ausgedrückt hat. „Wenn man solch eine Geste sieht, geht einem das Herz auf“, sagt DBS-Präsident Karl-Hermann Haack.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat alle deutschen Medaillengewinner der Olympischen Sommerspiele und der Paralympics am 8. Oktober zu sich nach Berlin eingeladen.
Traditionell wurden die Wettkämpfe mit den Marathonrennen beendet. Bei den Frauen siegte die Schweizerin Edith Hunkeler. Bester Deutscher war Ralph Brunner, der in der Klasse T 54 der Männer Zehnter wurde.
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