Polizei Oldenburg wacht über Teppich von Goebbels

Oldenburg - Wegen ungeklärter Besitzverhältnisse schlummert bei der Oldenburger Polizei ein für Historiker interessantes Fundstück aus der Zeit des Nationalsozialismus. „Seit 2007 liegt in unserer Asservatenkammer ein Wandteppich von Propagandaminister Joseph Goebbels“, sagte Markus Scharf von der Polizei Oldenburg.

Beamte hatten ihn bei einem Geschäftsmann sichergestellt. Ein Gericht in Rottweil (Baden-Württemberg) müsse nun klären, wem der Teppich gehört. Geht es nach der Polizei, soll er bald entstaubt und ausgestellt werden. „Das Deutsche Historische Museum hat schon Interesse gezeigt“, sagte Scharf. Der Wandschmuck sei 1943 von Goebbels in Auftrag gegeben worden.

Auf den bunten, etwa neun Quadratmeter großen Wandteppich erheben laut Polizei vier Privatpersonen und das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen Anspruch. Der Teppich, der eine Szene aus der Nibelungensage zeigt, hat bereits einige Reisen hinter sich: Hergestellt wurde er in einer Gobelin-Manufaktur in Wien, die ihn erst im Frühjahr 1945 an das Reichsministerium für Propaganda lieferte. Nach Kriegsende gehörte er zunächst den Alliierten. Später ist das Stück an die DDR übergegangen und landete schließlich bei einem Antiquitätenhändler aus Dresden. Anfang der 80er Jahre soll der Teppich nach Westdeutschland geschmuggelt worden sein.

Seitdem befand sich der Wandschmuck im Besitz des Geschäftsmanns aus Baden-Württemberg. Eine Wahrsagerin habe ihm 2007 den Verkauf in Norddeutschland empfohlen und einen Verkaufspreis von rund 300 000 Euro vorausgesagt, berichtete Scharf. Die Beamten erfuhren davon und stellten bei einer Razzia das Schmuggelgut sicher.

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24.05.2009
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