Großleitstelle sorgt für mehr Sicherheit
RICHTFEST Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sollen ab Sommer 2010 unter einem Dach arbeiten
VON ULRIKE GERARDS
Oldenburg - Die Wand ist noch nicht da, aber beim Richtfest der Kooperativen Leitstelle am Donnerstag am Friedhofsweg war sie das meist besprochene Bauelement. Die Zwischenwand soll die Polizei von Feuerwehr und Rettungsdienst trennen, die ab Sommer 2010 unter einem Dach arbeiten. Das 11,5 Millionen Euro teure Projekt umfasst einen Neubau mit 2400 Quadratmetern Fläche, sowie 800 Quadratmeter im Erdgeschoss der bereits vorhandenen Polizeidienststelle.
„Das Konzept war nicht unumstritten“, sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. Doch es sei sinnvoll und „so logisch, dass man sich wundert, dass man nicht früher auf die Idee gekommen ist“. Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau sprach von einem „Meilenstein“. Die Einsätze von 156 Feuerwachen, 116 Polizeistellen und 29 Rettungsdiensten werden koordiniert, dort laufen alle Notrufe ein – deutschlandweit einmalig. Nur so sei es finanziell möglich, die Leitstellen mit modernster Technik auszurüsten, so Schünemann.
Polizeivizepräsident Dieter Buskohl freute sich sichtlich auf die neue Technik, bei der man sich ein bisschen wie „Captain Kirk“ fühlen könne. Per GPS könnten alle Einsatzfahrzeuge auf einem Monitor verfolgt werden. Auch die regionale Zuordnung der Mitarbeiter sei wichtig. So werde beispielsweise für Cuxhaven ein Mitarbeiter zuständig sein, der selbst schon dort Dienst geleistet hat. Kreisbrandmeister Johann Westendorf zerstreute Bedenken gegen die Zentralisierung. Die Gemeindebrandmeister treffen nach wie vor die Entscheidungen über Alarmierungen.
Trotz der Zusammenarbeit wollen die neuen Mitbewohner ihre Eigenständigkeit bewahren, wofür besagte Trennwand sorgen soll. Und das ist den Beteiligten wichtig, wie Landrat Jörg Bensberg berichtete. So gab es in der Planungsphase Bedenken, ob es eine Tür geben solle. Die ist aber unerlässlich: aus Brandschutzgründen.
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