Filmteam soll Mädchen zu Prügelei angestiftet haben

HAGE - Das Kamerateam einer Doku-Soap soll zwei junge Mädchen im ostfriesischen Hage im Kreis Aurich zu einer Schlägerei angestiftet haben. Klaus Visser von der Staatsanwaltschaft Aurich bestätigte am Freitag, dass gegen vier Mitglieder des Teams ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung laufe.

Nach Medienbereichten geht es um die Produktionsgesellschaft "Good Times", die für den Privatsender ProSieben den "Club der bösen Mädchen" produziert. ProSieben bestätigte, dass gegen Mitglieder des Filmteams ein Ermittlungsverfahren anhängig sei.

Die beiden Mädchen, die zur Tatzeit im vergangenen Jahr 18 und 16 Jahre alt waren, mussten sich in dieser Woche vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Die Ältere wurde zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Beide hatten gestanden, bei Aufnahmen für die Fernsehsendung auf einer Kirmes in Hage in Ostfriesland eine andere Jugendliche angegriffen und verletzt zu haben. Das Filmteam habe sie dazu ermutigt und sie auch mit Alkohol versorgt, sagten sie vor Gericht aus.

Silvia Fahrenkrog-Petersen, die Geschäftsführerin von "Good Times", wies alle Vorwürfe zurück. Nichts davon sei wahr: "Ich verbürge mich dafür." Sie habe selbst vier Kinder, und wenn einer ihrer Mitarbeiter Jugendliche zur Gewalt anstiften oder ihnen Alkohol geben würde, würde sie ihn sofort rauswerfen. Es gebe aber auch gar kein Interesse an solchen Szenen, weil sie im Nachmittagsprogramm gar nicht gezeigt werden dürften. "Wir stehen dafür, dass wir reales Fernsehen machen", betonte Fahrenkrog-Petersen.

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28.08.2009
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Leserkommentare (1)
vonlienen
- 28.08.2009 13:06 Uhr
Hhm, klingt ja schlimm.
Keine Ahnung, ob was wahres dran ist, aber vorstellen könnte ich es mir schon.
Pro Sieben steht für reales Fernsehen heisst es?
Wie real können diese Shows denn sein, wenn ständig ein Kamerateam drum herum steht.
Also Show ist das doch alles.
Mit "realem Fernsehen" hat es meiner Meinung nach wirklich nicht viel zu tun.
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