Über ein Umweltprojekt Freunde finden
ENGAGEMENT Junge Leute aus verschiedenen Nationen pflanzen Sträucher und entfernen Wildkraut
Wege, die im Wäldchen an der Edewechter Schützenhofstraße zugewachsen waren, haben die jungen Leute am Donnerstag von Pflanzenbewuchs befreit. Arbeitslohn erhalten die jungen Leute für ihre Tätigkeit nicht; sie bekommen ein kleines Taschengeld und konnten kostenlos im Schultrakt an der Hauptstraße übernachten. BILD: DORIS GROVE-MITTWEDE 
VON DORIS GROVE-MITTWEDE
Edewecht - Die 22-jährige Südkoreanerin Kjung-Ju Seok ist ein Deutschlandfan. „Ich war vor zwei Jahren schon einmal hier, bin durch das Land gereist und war so begeistert, dass ich gern nochmals hierher wollte“, sagt die Studentin, die in ihrer Heimat Schwedisch studiert. „Ich finde es spannend, Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen und wenn dieses noch bei einem sinnvollen Projekt geschieht, ist das toll.“ Ein Faible für andere Kulturen hat auch die 23-jährige Münchnerin Christiane Lehner. Die Studentin, die Französisch und Spanisch für Lehramt studiert, findet es wichtig, sich gemeinnützig zu engagieren und mit anderen jungen Leuten etwas für eine bessere Umwelt zu tun. Im Februar diesen Jahres sei sie bereits in Mazedonien gewesen und habe dort bei einem ähnlichen Projekt neue Freunde gefunden, berichtet sie.
Kjung-Ju und Christiane gehören zu einer Gruppe von jungen Leuten aus aller Welt, die derzeit an einem „Workcamp“ in Edewecht teilnehmen. „Indian Summer im Ammerland“ heißt dieses Projekt, das die „Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste“ (IJGD) anbot. Zum vierten Mal führte die Organisation in Edewecht junge Leute aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammen und arbeitete dabei eng mit der Gemeinde zusammen. Gemeinsam leben, gemeinsam arbeiten und gemeinsam lernen, um so einen kleinen Beitrag für Völkerfreundschaften und den Weltfrieden zu leisten – das war Ziel des Edewechter Projekts.
Zwölf Teilnehmer zwischen 16 und 26 Jahren, die aus Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Serbien, den USA, Korea und aus Japan kommen, hatten sich für das Workcamp angemeldet. Zur Gruppe gehören ferner zwei Campleiterinnen. „Wir verstehen uns jedoch weniger als Leiter, sondern vielmehr als Teil der Gruppe, die ihren Alltag selbst zu organisieren hat“, sagen Ramona Hinkelmann, die in Augsburg Europäische Kulturwissenschaften studiert, und Malvine Schaedler, die in Trier für Erziehungswissenschaften eingeschrieben ist. Die beide Studentinnen sind erstmals als Campleiterinnen im Einsatz.
„Unser Gruppenalltag wird durch gemeinnützige Arbeit geprägt“, berichtet die 23-jährige Ramona. Zusammen mit Matthias Klöpping vom Edewechter Bauhof hatten die jungen Leute eine in den vergangenen Jahren aufgeforstete Fläche hinter dem ehemaligen Schlachthof in Edewecht und am Deyehof von Wildwuchs befreit; außerdem wurden 1600 Sträucher auf einem Gelände hinter der Käserei gesetzt und zugewachsene Wege im Wäldchen an der Edewechter Schützenhofstraße vom Pflanzenbewuchs befreit.
In ihrer Freizeit haben sich die jungen Menschen Land und Leuten gewidmet; sie waren an der Nordsee, auf dem Oldenburger Kramermarkt und in Bremen. Außerdem veranstalteten sie Themenabende, bei denen jedes Campmitglied typische Gerichte seiner Heimat kochte und seinen Alltag beschrieb.
Das zweiwöchige Workcamp endet an diesem Freitag. Den offiziellen Abschluss bildet ein Frühstück im Rathaus.
Mehr Infos unter www.ijgd.de
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