Initiative aus Friesland fordert eine Pflegekammer
BERUFSRECHT Gespräche bei der SPD-Fraktion in Hannover – Am 17. August Anhörung im Landtag
SILLENSTEDE/HANNOVER - Auf Initiative von Akteuren aus Friesland kommt das Thema „Pflegekammer“ im niedersächsischen Landtag auf die Tagesordnung.
Die Präsidentin der Nationalen Konferenz zur Errichtung von Pflegekammern in Deutschland, Monika Skibicki aus Sillenstede, hatte den SPD-Landtagsabgeordneten Olaf Lies auf das Thema „angesetzt“. „Die Haltung in der Vergangenheit war in Hannover eher skeptisch“, berichtete Lies. Nun fand auf Einladung des Abgeordneten ein Gespräch mit Vertretern aus Pflegeberufen in Wilhelmshaven und Friesland in der SPD-Landtagsfraktion statt. Diese will nun am 17. August im Landtag eine Anhörung zum Thema auf den Terminplan setzen.
„Es geht uns nicht um Übernahme ärztlicher Tätigkeiten, sondern um die gewachsenen Kompetenzen in der Pflege, die sich im Leistungsrecht der Kassen und im Berufsrecht niederschlagen müssten“, erklärte Monika Skibicki die Hintergründe der Forderung nach einer Kammer für die Pflegeberufe. Der Gesetzgeber könne einer Berufsgruppe unter bestimmten Voraussetzungen die Selbstverwaltung in Form einer Kammer übertragen. „Dies geschieht in der Regel bei Berufen, die durch ihre Tätigkeit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für die Bevölkerung leisten“, so Lies. Dies sei gerade bei den pflegerischen Berufen in hohem Maße gegeben.
„Und die Kammern garantieren auch einen hohen Standard in der Berufsausübung“, ergänzt Skibicki. Somit gehe es beim Thema „Pflegekammer“ auch um die Frage der Qualität für die Pflegebedürftigen und Patienten.
Die Forderung bestehe schon seit Anfang der 1990er Jahre. Mit der Einstellung „Pflegen kann jeder“, werde deutlich, wie unzureichend das Wissen über pflegerisches Fachwissen ist: „Aufgrund der demografischen Entwicklung werden die Arbeitsfelder in der Pflege immer größer.“
Monika Skibicki hat jahrelang als Pflegedirektorin im Reinhard-Nieter-Krankenhaus in Wilhelmshaven gearbeitet und wohnt in Friesland.
Neben ihr nahmen Patrick Pust aus Wilhelmshaven (Student der Gesundheits- und Pflegewissenschaften), Karin Erich aus Wilhelmshaven (Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Fachkraft für Gerontopsychiatrie), Ulrike Schlieper aus Sande (Bereichsleiterin im Reinhard-Nieter-Krankenhaus) sowie Christa Schulte aus Wilhelmshaven (Pflegewissenschaftlerin an der Fachhochschule Osnabrück) an dem Gespräch in Hannover teil.
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