Bauern unzufrieden mit Politik

BUNDESTAGSWAHL Kandidaten diskutieren auf Podium der Landvolkvereine


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Diskutierten in Jever über die Probleme der Landwirtschaft: (von links) Moderator Herbert Heyen, die Bundestagskandidaten Anja Kindo (Linke), Peter Sokolowski (Grüne), Lübbo Meppen (FDP), Hans-Werner Kammer (CDU), Karin Evers-Meyer (SPD) und Moderator Hartmut Seetzen. BILD: KLAUS HOMOLA Bild vergrößern

DIE LANDWIRTE HÄTTEN SICH EIN KONJUNKTURPROGRAMM FÜR DIE HÖFE GEWÜNSCHT. KARIN EVERS-MEYER VERWIES AUF 30 000 EURO SUBVENTIONEN PRO BAUER.

VON KLAUS HOMOLA

JEVER - Viel Unmut der Landwirte bekamen die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven bei der Podiumsdiskussion zur Wahl der Landwirtschaftsverbände Friesland und Ostfriesland im Schützenhof Jever zu spüren. Der am Ende sichtlich enttäuschte Landwirt Heinz Weerda aus Wilhelmshaven brachte es auf den Punkt: „Da hätte ich auch zu Hause bleiben können.“ Warum, so fragte er, haben die Parteien sich in den vergangenen vier Jahren nicht um den Mittelstand gekümmert und damit nichts für die Landwirtschaft getan? „Bei einem Konjunkturprogramm für die Landwirtschaft hätten die Landwirte jetzt mehr Geld zur Verfügung“, so Weerda.

Zustimmende Zwischenrufe aus dem Saal bestätigten, dass der Wilhelmshavener Landwirt mit dieser Ansicht nicht allein dasteht.

Vorsitzender Herbert Heyen (Wittmund), der gemeinsam mit Hartmut Seetzen (Friesland) moderierte, hatte alle Mühe, die erhitzen Gemüter zu beruhigen.

Auf dem Podium saßen Karin Evers-Meyer (SPD), Hans-Werner Kammer (CDU), Lübbo Meppen (FDP), Peter Sokolowski (Bündnis 90/Die Grünen) und Anja Kindo (Die Linke). „Jeder Landwirt erhält statistisch gesehen 30 000 Euro im Jahr“, antwortete Evers-Meyer auf den Vorwurf von Weerda. Kammer stellte fest, dass in den vergangenen Jahren viel angeschoben worden sei.

Sorgen machten sich alle Bundestagskandidaten wegen der niedrigen Milchpreise und der Nöte der Milchbauern. Alle Maßnahmen für die Landwirtschaft müssten sich am Ziel der Nachhaltigkeit ausrichten, so die einhellige Forderung. Deutschland könne sich gegenüber der EU bei der Milchquote nicht durchsetzen, sagte Evers-Meyer.

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Landwirte ein vernünftiges Einkommen erwirtschaften können. Die Politik ist dafür verantwortlich, dass dafür die Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagte Kammer. Kurzfristige Strukturhilfen für die Milchbauern könnten dabei helfen. Er forderte eine dauerhafte Festlegung bei Agrardiesel.

Die ständige Überproduktion landwirtschaftlicher Produkte und damit den Preisverfall thematisierte Lübbo Meppen. Angebot und Nachfrage müssten ausgeglichen werden, forderte der FDP-Kandidat.

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Für die Umstellung auf Ökolandbau, nachwachsende Rohstoffe und die Zusammenlegung von Produktionsketten plädierte Kindo.

Um Zuschüsse für die Umrüstung der Nutzfahrzeuge auf Biodiesel warb Sokolowski und sprach die Flächenregulierung und die Umnutzung an.

NWZTVzeigt einen Beitrag von der Podiumsdiskussion unter www.NWZonline.de

Spezial zur Bundestagswahl unter www.NWZonline.de/bundestagswahl




04.09.2009




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DI. 09.02.2010 - 12:20
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