„Vielen Menschen Würde geschenkt“
SOZIALES Dankeschön-Veranstaltung für ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiter – Projekt „Würdenträger“
Einsatz der Tafeln gewürdigt: (v. l.) Anja Eiben (Tafel Hohenkirchen), Landrat Sven Ambrosy, Anita Osterloh (Tafel Varel), Herbert Diemer (Tafel Schortens), Luise Eden (Tafel Jever), Kreispfarrer Christian Scheuer, Margot Wahrheit (Caritas) und Pfarrer Walter Albers. Nicht auf dem Bild ist Reinhard Hosbach (Tafel Sande). 
VON KIRSTEN HOMOLA
JEVER - Seit rund vier Jahren gibt es die Tafel auch in Friesland. Die ersten Standorte wurden in Schortens und Sande eingerichtet, weitere folgten in Jever, Varel und Hohenkirchen.
Ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter setzen sich täglich für die Würde anderer Menschen ein. Ein Grund für den Landkreis Friesland, zusammen mit dem Caritasverband Friesland-Wilhelmshaven, dem evangelischen Kirchenkreis und der katholischen Kirche alle Mitarbeiter der Tafeln zu einem „Dankeschön-Treffen“ einzuladen. Das Treffen fand am Wochenende anlässlich der Aktion „Würdenträger – weil jeder Mensch Würde trägt“ im katholischen Gemeindehaus in Jever statt. „Würdenträger“ ist ein von der katholischen Kirche initiiertes Projekt, das die Würde eines jeden Menschen ungeachtet seiner sozialen Herkunft in den Blick nimmt.
Über die große Resonanz freute sich die Geschäftsführerin des Caritasverbandes, Margret Wahrheit, in ihrer Begrüßung. Nach einem gemütlichen Beisammensein hielt Bernd Kleyboldt von der katholischen Akademie Stapelfeld einen Vortrag zu dem Thema „Warum können wir einander nicht verstehen? Kommunkationsprobleme zwischen Menschen aus verschiedenen Schichten und Kulturen“.
Er erläuterte anhand mehrerer Beispiele, wie Worte und Gesten in unterschiedlichen Kulturkreisen und sozialen Schichten unterschiedliche Bedeutung haben können.
Ein Beispiel sei das Wort „Freund“, dessen Bedeutung vom flüchtigen Bekannten bis zum Lebenspartner reiche. Kleyboldt plädierte dafür, kulturelle und soziale Grenzen auch in der Kommunikation zu überwinden.
Im Anschluss an den Vortrag stand eine ökumenische Andacht auf dem Programm. Dabei sprachen sowohl Kreispfarrer Christian Scheuer als auch Pfarrer Walter Albers allen Anwesenden ihren Dank aus. „Durch Ihren unermüdlichen Einsatz wird vielen Menschen in unseren Städten und Dörfern Würde geschenkt“, sagte Albers. Frieslands Landrat Sven Ambrosy, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, lobte neben dem Einsatz auch die Bereitschaft, sich für andere Menschen einzusetzen.
Traurig stimme ihn die Entwicklung, dass es in einem relativ reichen Land wie Deutschland die Tafeln geben muss. „Die Tafeln sind in kurzer Zeit unverzichtbar geworden.“ Diese Entwicklung stimme mehr als nachdenklich, meinte er in seiner Ansprache. Scheuer machte das Problem noch deutlicher: „Das Tun und Handeln der Tafeln darf auf Dauer nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Armut in der Gesellschaft immer größer wird und mit der Arbeit der Tafeln nicht gelöst werden kann.“
Musikalisch wurde die Feier von den „Choryfeen“ aus Sillenstede mitgestaltet. Den Abschluss bildete ein gemütliches Grillfest, bei dem Erfahrungen ausgetauscht wurden.
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