Dickes Eis kann luftig sein
EISRETTUNG DLRG Friesland probt auf Mühlenteich – Zahlreiche Zuschauer
VON HANS BEGEROW
Obenstrohe - Auch dickes Eis kann trügerisch sein. Darauf wiesen die ehrenamtlichen Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft bei einer Eisrettungsübung am Sonntag auf dem Mühlenteich in Obenstrohe hin. „Wir hatten Schnee auf dem Eis. Dadurch kam keine gleichmäßige Eisfläche zustande“, sagte Bezirksvorsitzender Rolf Mrosek (Schortens). Die Einsatzleitung der vier Ortsgruppen des Wasserrettungszugs hatte Arne Schmöckel (Wangerland).
Das Eis auf dem Mühlenteich ist 15 Zentimeter dick, allerdings besteht es „aus Eis, aus verschiedenen Schneeschichten, ein richtiges Sandwich hat man da“, erläuterte Einsatzleiter Schmöckel den zahlreichen Zuschauern. Vertreten waren die Ortsgruppen Wangerland, Varel, Bockhorn-Zetel sowie Schortens-Jever. In jeder dieser Ortsgruppen gibt es einen Eisrettungsschlitten. Sie werden mit Pressluft aufgeblasen und erlangen dann Stabilität. Dazu sind die Eisretter mit Überlebensanzügen ausgestattet, sie erfüllen den Zweck, trocken und vor allem im Eiswasser warmzuhalten.
Anschließend demonstrierten die DLRG-Schwimmer, wie man eingebrochene Personen aus dem Eis befreit. Dazu wendeten sie verschiedene Methoden an – bis hin zum Schwimmeinsatz, bei dem die eingebrochene Person mit einer Schlinge und Körpereinsatz eines zweiten Retter aus dem Wasser bugsiert wird. Uwe Lämmel (Bockhorn) brach ein Stück Eis ab, um den Zuschauern zu demonstrieren, wie der Schichtaufbau des Eises auf dem Mühlenteich beschaffen ist – eisig mit Lufteinschlüssen.
Interessiert verfolgten auch Mitglieder des Technischen Hilfswerks und der Freiwilligen Feuerwehr die Eisrettung. „Oft sind wir die ersten am Einsatzort“, sagte Obenstrohes stellvertretender Ortsbrandmeister Jürgen Zimmermann. „Dann kann man schon mal beginnen mit der Rettung.“ Das Eisloch auf dem Mühlenteich wurde übrigens wieder verschlossen. Der Block war im Wasser aufbewahrt worden.
Tipps der DLRG zum Verhalten auf dem Eis
Nicht gleich an den ersten Frosttagen aufs Eis gehen. Es braucht viel Zeit, um tragfest zu werden. Je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung kann das dauern. Bei stehenden Gewässern sollte das Eis mindestens 15 cm dick sein, bei fließenden Gewässern sogar mindestens 20 cm. Durch Zu- oder Abwässerungen kann es zu Brüchen kommen.
Besondere Vorsicht ist an Zuflüssen geboten. Die Eisdecke ist wesentlich dünner und daher möglicherweise nicht tragfähig.
Vorsicht auch an Uferzonen mit Bäumen und Sträuchern. Hier wächst das Eis erheblich langsamer.
Nie allein aufs Eis: Vor dem Betreten die Eisqualität und Dicke prüfen. Dunkle Stellen signalisieren: Das Eis ist noch zu dünn. Eisfläche verlassen, wenn das Eis knistert und knackt. Bei Gefahr flach aufs Eis legen und versuchen Ufer zu erreichen.
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