Erdverkabelung endgültig sicher

STROMTRASSE Nach Bundestags-Beschluss Erleichterung auch in Meierhafe


AGE-SPRECHER GERD VON SEGGERN SIEHT NUR EINEN TEILERFOLG. NETZBETREIBER „TRANSPOWER“ WILL DIE 380-KV-LEITUNG SCHNELLSTMÖGLICH PLANEN.

VON HERGEN SCHELLING

Ganderkesee - Seit Jahren wird um die geplante 380-kV-Stromleitung von Ganderkesee nach St. Hülfe bei Diepholz gerungen – nun ist deren Bau ein Stück näher gerückt, nachdem der Bundestag in der vergangenen Woche das Gesetz zum beschleunigten Ausbau der Höchstspannungsnetze beschlossen hat.

Für Aufatmen in Ganderkesee und anderen dichter besiedelten Bereichen entlang der rund 60 Kilometer langen Trasse dürfte die Tatsache sorgen, dass die bereits im Dezember 2007 im niedersächsischen Erdkabelgesetz festgelegten Mindestabstände zur Wohnbebauung Aufnahme ins Bundesgesetz gefunden haben: Wo Höchstspannungsleitungen näher als 400 Meter an Siedlungen oder dichter als 200 Meter an Einzelhäuser heranrücken, müssen sie unter die Erde verlegt werden.

Bundesweit Gesetz

Das ist jetzt bundesweit Gesetz und hat auch Gerd von Seggern ein bisschen erleichtert: „Ich denke, dass für unseren Bereich in Meierhafe dem Erdkabel nun nichts mehr in den Weg gestellt wird“, sagte der Vorsitzende der Ganderkeseer Arbeitsgruppe gegen Elektrosmog (AGE).

Obwohl die Bewohner Meierhafes keine gigantischen Strommasten mehr vor die Haustür gesetzt bekommen, sieht von Seggern nur einen Teilerfolg: „Ich brauche ja nur ein paar hundert Meter weiter zu fahren, in die Klein Henstedter Heide, da kommen die Leitungen wieder aus der Erde.“ Jeder der 37 Übergabepunkte werde ein „Riesen-Bauwerk“. Die AGE werde deshalb weiterhin für eine Erdverkabelung auf ganzer Strecke kämpfen. „Ich rechne mit einigen Klageverfahren“, meint von Seggern.

Die kann „Transpower“, so nennt sich jetzt die frühere Eon Netz, gar nicht gebrauchen. „Schnellstmöglich“, so Sprecherin Joëlle Bouillon, solle das Planfeststellungsverfahren für die Strecke Ganderkesee-St. Hülfe eingeleitet werden. Das Gesetz muss noch durch den Bundesrat, der es vermutlich Anfang Juni absegnen wird, danach will „Transpower“ den Antrag absenden.

Erwartungen gedämpft

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Hoffnung auf eine komplette Erdverkabelung kann die „Transpower“-Sprecherin den Anliegern an der Trasse nicht machen: „Dafür fehlt die gesetzliche Grundlage“, sagt sie. Auch dass die bestehende 110-kV-Leitung in Meierhafe gleich mit unter die Erde verlegt wird, scheint nicht absehbar. Für Hochspannung sei „Transpower“ demnächst ohnehin nicht mehr zuständig, nur noch für Höchstspannung.


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13.05.2009
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