Botschafter des Reinheitsgebots
AUSZEICHNUNG Verleihung des Bundesverdienstkreuzes – Preisträger „verlegen“
Freute sich über die hohe Auszeichnung: Dr. Horst-Gevert Bellmer mit Landrat Frank Eger. BILD: CHMURA 
VON JESSICA CHMURA
Groß Ippener - Die höchste Auszeichnung, die von der Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl vergeben wird, erhielt am Mittwochabend im Gasthof „Wülfers“ in Groß Ippener der Diplom-Ingenieur im Brauwesen, Dr. Horst-Gevert Bellmer. Er wurde für sein großes Engagement um die Verteidigung des Deutschen Reinheitsgebotes sowie seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten um das Brauwesen und außerhalb dessen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Höchste Qualität war und ist für Horst-Gevert Bellmer immer das Leitmotiv seiner Arbeit. In Branchenkreisen ist das Wissen des 67-Jährigen ganz besonders geschätzt, denn Bellmer gilt als Experte und Kenner seines Fachs. So würdigte Landrat Frank Eger das vielfältige Engagement Bellmers bei der Verleihung des Verdienstkreuzes gleichwohl als „riesenhaft.“
Dennoch ist der gebürtige Hamelner, der heute in Groß Ippener zu Hause ist, „zunächst aus allen Wolken gefallen“, als er von der Auszeichnung erfuhr. Vorgeschlagen hatte ihn seine frühere Kollegin, Dr. Lydia Winkelmann, Chefredakteurin der Fachzeitschrift „Brauwelt“. „Ich habe mich wirklich gewundert, für welche Verdienste ich ausgezeichnet werden könnte – und mir ist nichts eingefallen“, sagte Bellmer bescheiden. Schließlich habe er „immer nur das getan, was ich für notwendig erachtet habe.“
Landrat Frank Eger half Horst-Gevert Bellmer in seiner Laudatio ein wenig auf die Sprünge, als er die unzähligen Tätigkeiten des Würdenträgers kurz zusammenfasste. Unter anderem wirkte dieser lange Zeit als führendes Mitglied im Technisch-Wissenschaftlichen Fachausschuss (TWA) der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin, daneben war er Mitglied im Agrarausschuss des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) sowie im Beirat der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft. Auch außerhalb der Brauereiwelt engagierte Bellmer sich, insbesondere in den Reihen der Lebenshilfe Syke für geistig behinderte Menschen.
Sein Weg führte den Bierkenner durch sämtliche Sparten der Herstellung des Gerstensaftes. Zunächst absolvierte er eine Lehre als Brauer und Mälzer, bevor er im bayerischen Weihenstephan sein Studium des Brauwesens und der Getränketechnologie aufnahm. Bereits während des Studiums war Bellmer in der damaligen Bremer Haake-Beck Brauerei tätig, die ihn später als Laborleiter einstellte.
Seine steile Karriere brachte dem Niedersachsen in den 1990er Jahren schließlich den Posten des Geschäftsführers der Technik der Brauerei Beck & Co., ebenfalls in Bremen, ein. Dort war er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2004 tätig.
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