Kälte sorgt für Betrieb in Werkstätten
AUTO Viele brauchen noch Winterreifen – Gefragte Modelle bereits ausverkauft
Viel zu tun: Dieter Meyer und seine Mitarbeiter ziehen in der Autofit-Werkstatt in Hundsmühlen derzeit im Akkord Winterreifen auf. BILD: CHRISTOPH BÄHR 
VON CHRISTOPH BÄHR
Wardenburg/Hundsmühlen - Das dauerhafte Winterwetter stellt Mensch und Maschine vor große Herausforderungen. Viele Autofahrer kämpfen dieser Tage mit vereisten Türschlössern, streikenden Scheibenwaschanlagen oder suchen noch krampfhaft nach Winterreifen. Für die Autowerkstätten in der Gemeinde Wardenburg bedeutet dies viel Arbeit.
Mehr zu tun
„Wir haben durch die Kälte ohne Frage mehr zu tun“, stellt Dieter Meyer, Inhaber der Autofit-Werkstatt in Hundsmühlen, fest. Viele Kunden hätte der kalte Winter überrascht und nun bräuchten sie dringend Winterreifen. „Wir versuchen zwar alles, um die Wünsche zu erfüllen. Gewisse Winterreifen-Modelle sind aber einfach nicht mehr verfügbar.“
Beim Reifendienst Wardenburg ist derzeit ebenfalls viel los: „Es ist deutlich mehr Betrieb als normalerweise im Januar“, sagt Inhaber Frank Okhuijzen. Im Vergleich zum Oktober seien Winterreifen teurer geworden. „Der Markt ist eben fast leer gefegt“, so Okhuijzen. Viele Kunden seien mittlerweile nicht mehr auf bestimmte Marken festgelegt, sondern froh, wenn sie noch Reifen bekommen.
Die Industrie habe im vergangenen Jahr aufgrund der Abwrackprämie vermehrt Sommer- und weniger Winterreifen produziert, glaubt Dieter Meyer. Den harten Winter habe wohl keiner erwartet, findet auch Sven Urban von Nordwest-Autotechnik in Wardenburg. Er bekomme Winterreifen der gefragtesten Größen und Marken derzeit ebenfalls kaum noch geliefert.
Neben den Winterreifen sind die Scheibenwaschanlagen bei kalten Temperaturen ein wichtiges Thema für viele Autofahrer. Täglich kämen derzeit Kunden in seinen Betrieb an der Hunoldstraße, weil ihre Scheibenwaschanlagen nicht mehr funktionieren, berichtet Dieter Meyer. Er rät: „Es sollten nur hochwertige Frostschutzmittel benutzt werden, weil diese auch bei niedrigen Temperaturen nicht einfrieren.“
Kein heißes Wasser
Bei eingefrorenen Scheibenwaschanlagen gelten genauso wie bei vereisten Türschlössern zwei Regeln, so Meyer: „Kein heißes Wasser verwenden, und Gewalt hilft nicht.“ Im Zweifelsfall sollten Autofahrer lieber einen Fachmann konsultieren: „Wir kennen da schon einige Tricks“, sagt Dieter Meyer.
Sven Urban taut eingefrorene Scheibenwaschanlagen im Notfall mit einem halben Liter Spiritus auf. Am besten sei jedoch, solchen Problemen vorzubeugen, betont er: „Wer sein Auto im Oktober oder November zum Winter-Check gegeben hat, hat jetzt normalerweise keine Probleme.“ Gerade die Batterie müsse bei Minustemperaturen mehr leisten und sollte daher gut gewartet werden.
Anders als bei Winterreifen gebe es bei Batterien immerhin keinen Lieferengpass, weiß Dieter Meyer: „Obwohl sie zurzeit auch stark gefragt sind, können wir neue Batterien schnell bekommen.“
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