„Ich werde das hier nicht aufgeben“

GASTRONOMIE Weserlust-Pächter Michael Laaken über den Fluch, plötzlich ein TV-Star zu sein


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Der TV-Ruhm ist ein Fluch: Dennoch wollen Waltraud und Michael Laaken die „Weserlust“ nicht aufgeben. BILD: JUNGBLUTH Bild vergrößern

ALS DER TV-KRITIKER RACH DIE „WESERLUST“ FILETIERTE, GLAUBTE MICHAEL LAAKEN AN DEN ERFOLG. ABER DER FERNSEH-RUHM IST EIN FLUCH.

VON FRANK JUNGBLUTH

Brake - An diesem Mittag speist eine Trauergesellschaft in der „Weserlust“, einem der traditionsreichsten Lokale der Stadt, von dessen Sitzplätzen aus man den schönsten Panoramablick übers Unterweser-Idyll hat. Michael Laaken (36) ist seit fünf Jahren Pächter hier und die Rückkehr als Gastronom in die Heimatstadt hatte sich der Restaurant-Fachmann so ganz anders vorgestellt. Nicht so schwer.

Damals waren die Eltern stolz auf den Junior, der im Allgäu sein Handwerk gelernt und in besten Häusern der Republik die Profession verfeinert hatte. Die „Weserlust“ sollte anders werden, dachte sich Michael Laaken, als er das Restaurant 2003 wieder eröffnete. Alles wurde entrümpelt, auf der Speisekarte gab es auch bayerische Gerichte. Zu viel für die Braker?

„Ich weiß es nicht“, sagt Laaken, der Erklärungen sucht. Der Wirt sah sich früh mit Vorwürfen konfrontiert. Bei ihm schmecke es nicht und gemütlich sei es in der „Weserlust“ auch nicht mehr.

Jahr um Jahr ging das so. „Man hat mir übel nachgeredet. Es gab Verleumdungen, böse Gerüchte und es wurde regelrecht mit Schmutz geworfen.“ Böse Briefe gegen ihn machten die Runde. Laaken blieb auf Kurs. Und in Brake erzählte man sich, er sei unfreundlich und arrogant.

Vielleicht ist es das, dass Laaken so sehr von sich überzeugt ist, was die Leute stört. Vielleicht ist es das, was Fernseh-Koch Christian Rach, der Kneipen in der Krise beim Sender RTL helfen will, in der „Weserlust“ vorfand: Eine unappetitliche Küche, laue Speisen und mauen Service.

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Laaken ließ sich inspirieren und war über die Idee von Mutter Waltraud erfreut, die den Fernseh-Mann nach Brake gelotst hatte. Doch seit der Sendung im September ist alles noch viel schlimmer. Der Anrufbeantworter ist voll mit wüsten Beschimpfungen. Dass sich der Gastronom und seine Frau getrennt haben, gibt Anlass zu Gerüchten: „Ich werde das hier nicht aufgeben“, sagt der trotzig. Auch wenn er weiß, dass er nicht mehr lange wird durchhalten können mit so wenig Gästen und zu wenig Umsatz in der guten alten „Weserlust“.


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29.11.2008
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