„Ein Schock für die Beschäftigten“

HAFENWIRTSCHAFT Gewerkschaft Verdi kritisiert Entlassungen bei J. Müller Breakbulk Terminal


DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG LASSE JEDES AUGENMAß VERMISSEN, KRITISIERT GEWERKSCHAFTSSEKRETÄR INGO LOGEMANN. ER KÜNDIGT EINE HARTE GANGART AN.

VON LORE TIMME-HÄNSEL

Brake - „Das ist ein Schock für die Beschäftigten, bei den Hafenarbeitern geht die Existenzangst um.“ So beschreibt Verdi-Gewerkschaftssekretär Ingo Logemann die Reaktion der Beschäftigten bei J. Müller Breakbulk Terminal auf die von der Geschäftsführung angekündigte Entlassung von 55 Mitarbeitern (die NWZ berichtete).

Damit habe niemand gerechnet, so Logemann, mit der Kurzarbeit habe man eigentlich die Schwierigkeiten der Konjunktur in den Griff kriegen wollen. Jetzt warte man nicht mal mehr ab, was bis zum Jahresende passiere und jage die Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit. „Das lässt jedes vernünftige Augenmaß vermissen“, kritisiert er.

Bei der Einweihung des Niedersachsenskais und beim Niedersächsischen Hafentag seien Lobreden auf die Unternehmer und die zukunftsweisenden Investitionen gehalten worden. „Viele Hafenarbeiter haben an diese Versprechungen geglaubt“, so Logemann. Jetzt verkünde J. Müller Breakbulk Terminal, nur noch mit Billiglöhnern arbeiten zu wollen. Die Tarife abzusenken, bedeute, dass das Niveau des Kurzarbeitergeldes zur Entlohnungsgrundlage gemacht werde, rechnet er vor.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass die Unternehmensgruppe J. Müller, die neben Breakbulk auch aus Agri in Brake, Weser in Bremen und anderen Firmen besteht, nicht bereit ist, einen Euro aus den gut verdienenden Betrieben zur Querfinanzierung und Überbrückung einzusetzen. „Die soziale Verpflichtung von Arbeitgebern gilt nicht mehr“, stellt Logemann fest.

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Für die Betriebsversammlung am Montag kündigt er eine harte Gangart an: „Die Arbeitgeber sollen die Hose runterlassen.“ Betriebsrat, Tarifkommission und Verdi verlangten eine Erklärung, warum 55 Leute zu viel an Bord seien und wie sie künftig ihr Leben bestreiten sollen.


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24.09.2009
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