Seifenblasen aus dem roten Eimer

ZIRKUS Amerikaner Darren Burrel begeistert bei Roncalli als „Burl“ das Publikum in der Manege


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Große Seifenblase: Darren „Burl“ Burrell BILD: GNUSCHKE Bild vergrößern

IN WENIGEN TAGEN BEGINNT DIE WINTERPAUSE. DANN WILL DER KÜNSTLER BURL SEINE SHOW WEITERENTWICKELN.

BREMEN

Von Elisabeth Gnuschke - „Brrr, ist das kalt“, sagt Darren Burrell, als er in seinen roten Eimer mit Seifenlauge greift. Natürlich in Englisch, denn der 41-Jährige kommt aus Ohio/USA. Unter dem Künstlernamen Burl verzaubert er das Publikum im Circus Roncalli, der noch bis Sonntag, 7. Dezember, auf der Bürgerweide gastiert, mit Seifenblasen. Dabei ist der sympathische Amerikaner doch eigentlich Marketing-Experte. Das hat er studiert – daheim in den USA.

Warum macht ein Marketing-Mensch Seifenblasen? „Ich war ein lausiger Computerverkäufer“, lacht Burrell. Denn das war es, was er nach dem Studium gemacht, Computer verkaufen. Zeit, etwas anderes zu machen, dachte sich der damals 25-Jährige und erinnerte sich an seine Kinderträume: Clown oder Astronaut. „Clown war dann doch einfacher zu verwirklichen“, grinst der Künstler.

Schon bald hatte der junge Mann Glück, bekam ein Engagement bei einem der bedeutendsten Zirkusse in den USA, den „Ringling Brothers“. In bunter Clownsmontur trieb er seine Späßchen. Bald kam Darren Burrell auf die Seifenblasen. „Denn in den USA haben viele Kinder ein bisschen Angst vor Clowns, aber nicht vor Seifenblasen“, sagt Burl. Weil er etwas Einzigartiges machen wollte, ließ er den üblichen Pustering einfach weg und nahm seine Hände, Seile und andere Utensilien.

Die Seifenlauge mischt der 41-Jährige in seinem roten Eimerchen. Ein spezielles Rezept hat er nicht dafür. Er mischt einfach jedes Mal „frei Schnauze“ Spülmittel, Glyzerin und Wasser.

Den Sprung nach Europa hat er über die Agentin eines Freundes geschafft. Die war von Burl begeistert und besorgte ihm ein Engagement in Paris. Als irgendwann Bernhard Paul von Roncalli bei ihm anklopfte, musste sich der Amerikaner von Freunden etliche dumme Sprüche anhören, weil er den Zirkus nicht kannte. Nach einem Jahr Roncalli sagt er: „Das ist Zirkus, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Das Staunen, die Begeisterung von Groß und Klein. Das ist die beste Zirkuserfahrung, die ich machen konnte.“ Inzwischen ist klar: Burl ist auch im kommenden Jahr dabei.

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In wenigen Tagen beginnt die Winterpause. Burrell, der das Clownskostüm bei seinem Auftritt längst weglässt und nur noch er selbst ist, zieht sich aus seinem Zirkuswagen mit seiner Freundin, die bei Roncalli im Büro arbeitet, in deren Kölner Wohnung zurück. Und da wird keineswegs nur gefaulenzt. Ständig arbeitet er daran, seine Show weiterzuentwickeln. „Im Winter muss ich aufpassen, dass mir die Seifenlauge nicht einfriert“, scherzt Burl.

www.burlthebubbleguy.de


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02.12.2008
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