„Eine Studie mit wissenschaftlichem Anspruch“
SCHULE Elftklässler entwerfen Broschüre zum Thema Homosexualität – Religion mit starkem Einfluss
Bremen - Die Untersuchung ist nicht repräsentativ, aber „eine Studie mit wissenschaftlichem Anspruch“, so Hans-Wolfram Stein. Er ist Politiklehrer am Schulzentrum Walliser Straße. Unter seiner Anleitung hat sich eine elfte Klasse neun Monate lang mit dem Thema Homosexualität und Homophobie an ihrer Schule auseinander gesetzt Daraus ist die Broschüre „Das Recht anders zu sein“ entstanden. Das erschreckende Fazit des Projektes: Während im Durchschnitt gut 17 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Homosexualität für unmoralisch halten, liegt der Wert am Schulzentrum in Tenever doppelt so hoch. Auffällig ist vor allem die starke Ablehnung von jungen Männern, Migranten und Muslimen, die bei 50 bis 60 Prozent liegt.
Die Religion habe einen starken Einfluss auf die Einstellung zur Homosexualität, schlussfolgerten die Schüler. Die zwölfte Klasse hat fast 1000 Schüler an der Walliser Straße und an der Gesamtschule Ost sowie über 90 Lehrer zum Thema befragt. Aus ihrem Alltag berichteten sie, dass „schwul“ immer wieder als Schimpfwort verwendet werde, „homofeindliche Sprüche sind Alltag“.
Eine pfiffige Idee ist ein Interview mit dem schwulen Pinguin-Pärchen aus dem Zoo Bremerhaven. Die Pinguine „erzählten“ zum Beispiel, dass Diskriminierung ihnen völlig fremd ist. Bernd Thiede vom Rat-und-Tat-Zentrum freut sich über die Broschüre und hofft, dass „sie Schule macht“. Thiede: „Das erste Mal in unseren 20 Jahren Schulaufklärung ist so ein Heft
zustande gekommen Eine wunderbare Sammlung von Infos.“ Lehrer Stein macht schon jetzt einen Erfolg der Arbeit an seiner Schule aus: Am Ende des Projektes ließ er eine Klasse den Fragebogen erneut ausfüllen. Etliche homophobe Einstellungen seien abgebaut worden.
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