Menschen werden hoch übereinander gestapelt
JAKOBUS-HAUS Innere Mission meldet Sanierungsbedarf von 3,5 Millionen Euro an – Beratungen
BREMEN - Rund um ihren Bahnhof gibt sich die Großstadt zu erkennen. In Bremen ist da das Rotlicht-Milieu konzentriert, die Disko-Meile, eine große Drogenberatungsstelle. Und seit 25 Jahren das achtstöckige Jakobus-Haus der Inneren Mission, die im Auftrag der Stadt diverse Hilfsangebote insbesondere für Obdachlose bereithält.
Das Haus, im Volksmund „Papageien-Haus“ genannt, stammt aus den 70er Jahren, die Innere Mission hat Sanierungsbedarf angemeldet: Heizung, Fenster, es ist die Rede von 3,5 Millionen Euro. „Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt“, sagt Volker Busch-Geertsema, „sollte man sich verabschieden von einem Konzept, das nicht mehr zeitgemäß ist.“
Busch-Geertsema ist Kopf der „Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung“, die seit Jahren die Stadt Bremen im Bereich der Sozial-, Wohnungs- und Gesundheitspolitik berät. Im Jakobus-Haus würden die Menschen mehrere Stockwerke hoch „übereinander gestapelt“. Die Alternative: „Dezentrale, kleine Einheiten.“
45 Betten einer „Notaufnahme“ gibt es in dem Jakobus-Haus, dazu 25 Plätze „Winterhilfe“ für Obdachlose, die normalerweise im Freien schlafen wollen. Eine Etage ist mit 32 Plätzen als „sozialtherapeutisches Übergangswohnheim“ mit Sozialpädagogen ausgestattet, die siebte Etage wird von trockenen Alkoholikern bewohnt, die dort nach einer Entgiftung in der Klinik wohnen können, bis sie eine eigene Wohnung finden. In der Parterre-Etage gibt es mit dem „Jakobus-Treff“ ein Cafe mit Fernsehen und Internet-Anschluss, mittags ein warmes Essen, Frühstück und Abendbrot – da können sich alle treffen. „Ich sehe keine Probleme“, sagt Jochen Plate, Leiter des Jakobushauses.
Bei der Inneren Mission ist Wilhelm Albers zuständig für das Jakobus-Haus. „Im Moment läuft der Entscheidungsprozess“, sagt er zur Sanierung. Es werde überlegt, welchen Bedarf es gibt. Die Kritik an der Größe des Hauses kennt er. Letztlich entscheiden muss die Sozialbehörde. Nicht nur wegen der Konzeptfrage, die Bausanierung müsste auch über die „Pflegesätze“ von der Stadt finanziert werden. Auch könne die Stadt die Innere Mission, die das Haus in Erbpacht auf 99 Jahre gekauft hat, nicht auf der Immobilie sitzen lassen, heißt es.
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