Als noch Zuber getragen wurden

STADTGESCHICHTE Name „Töferbohmstraße“ schon im 18. Jahrhundert erwähnt


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Damals und heute: Noch um 1915 prägten Giebelhäuser die Straße, mittlerweile hat sich die Nachbarschaft stark verändert. BILDER: KUZAJ  Bild vergrößern

BENANNT IST SIE NACH DEM QUERHOLZ, AN DEM BEHÄLTER GESCHLEPPT WURDEN. IM ZWEITEN WELTKRIEG WURDEN DIE GIEBELHÄUSER ZERSTÖRT.

VON THOMAS KUZAJ

Bremen - Kleine Rosenstraße – ein geradezu malerischer Name, doch nach malerischen Rosengärten kann man hier lange suchen. So ist der Name denn auch schon seit langer Zeit verschwunden. Seit 1902 nämlich ist die Kleine Rosenstraße bereits ein Teil der Töferbohmstraße, die noch heute Faulen- und Grafenstraße verbindet.

Die Töferbohmstraße wiederum hat ihren Namen schon sehr lange. Bereits im 18. Jahrhundert wird er genannt – im Jahr 1737 zum Beispiel als „Tövernboomstraße“. Und was ist ein Töver- oder Töferbohm? Der Begriff kommt aus dem Niederdeutschen und steht für das Querholz, an dem Zuber getragen werden. Wir wissen nicht, wieviele Zuber jemals durch diese Straße getragen wurden. Wir wissen aber, dass sie einst von kleinen Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert geprägt wurde, die mit ihren Erkern und Fensterfronten heute Touristenattraktionen wären.

In der Nähe lag eines der Gängeviertel der Hansestadt – schmale Straßen, kleine Häuser, wenig Licht. Nicht die besten Wohnverhältnisse. Was heute als pittoresk und originell gilt, waren in früheren Zeiten Wohnverhältnisse armer Leute. Bremens Gängeviertel lagen hier im Faulenquartier, in der Neustadt und im Schnoor, wo einige Ganghäuser erhalten sind. Die anderen wurden durch die Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstört. Gleiches gilt für die Giebelhäuser, die in der Töferbohmstraße standen.

Die weitere Nachbarschaft der Straße hat sich verändert. Wo zur Weserseite hin einst Hafenanlagen, Kontore der Schiffsmakler und Kneipen der Büroangestellten waren, das lässt sich dieses quirlige Wirtschaftsleben von einst heute nur noch erahnen.

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Die Wiederherstellung des Bamberger-Hauses hat dem Quartier aber einen markanten Orientierungspunkt zurückgegeben. Mit dem Umzug von Radio Bremen kam ein neuer hinzu. Die Umwidmung der Stephanikirche zur Kulturkirche hat für zusätzliche Publikumsströme gesorgt.Doch aus der Nachbarschaft zurück in die Töferbohmstraße, die von einem markanten Gebäude beherrscht wird. Es ist ein Bauwerk aus der Nachkriegszeit, aus der Zeit des so genannten Wirtschaftswunders. Gemeint ist der Fernmeldeturm Neuenstraße/Ölmühlenweg/Töferbohmstraße. Ab 1959 wurde er aus Stahlbeton errichtet – und war dann mit seinen 122,20 Metern Höhe auch gleich das höchste Bauwerk Bremens. Im Jahr 1961 wurde er in Betrieb genommen und gehörte zum Fernmeldeamt1. Seine ursprüngliche Funktion behielt der Turm bis 1986, dann übernahm sie der noch viel höhere Turm in Utbremen. Gleichwohl sitzt die Telekom nach wie vor in dem markanten Bauwerk an der Neuenstraße.


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19.01.2010
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