„Diese Frau ist nicht zu begreifen“
LITERATUR Schriftsteller veröffentlicht Sachbuch und Comic über die Giftmörderin Gesche Gottfried
VON JÖRG ESSER
Bremen - Gesche Gottfried bewegt die Massen. Auch rund 180 Jahre nach der öffentlichen Hinrichtung der 15-fachen Giftmörderin am 21. April 1831 auf dem Domshof bezieht deren Geschichte ihre Faszination aus der Unerklärbarkeit der Taten. „Es gibt kein Motiv“, sagt der Autor Peer Meter, „die Frau ist nicht zu begreifen.“
Der in Bremen geborene Schriftsteller beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem „Engel von Bremen“. Er hat Gesches „für Nicht-Historiker eigentlich unlesbare“ Verhörakten gelesen. Und sich erneut in die Geschichte vertieft. Daraus entstanden ist ein Sachbuch, das das Porträt der Giftmörderin als psychisch kranke Frau herausarbeitet. „Gesche Gottfried – Eine Bremer Tragödie“ beleuchtet zugleich den gesellschaftlichen Kontext und die Mitverantwortung der bremischen Gesellschaft.
Gemeinsam mit der Zeichnerin Barbara Yelin hat Meter zudem eine „Graphic Novel“ herausgebracht, einen Comic für Erwachsene. „Gift“ beleuchtet die Mordserie aus dem Blickwinkel einer Schriftstellerin, die just am Tag vor Gesches Hinrichtung in der Hansestadt eintrifft. Am Donnerstag gab’s somit eine doppelte Buchpräsentation im Bremer Geschichtenhaus.
Zurück ins 19. Jahrhundert: Gesche Gottfried bringt vom 1. Oktober 1813 bis zum 24. Juli 1827 insgesamt 15 Menschen unter die Erde, darunter sind Ehemänner, Kinder, die Eltern und ein Bruder. Sie vergiftet ihre Opfer jeweils mit „Mäusebutter“ – Fett, das mit Arsen versetzt aufs Brot geschmiert wird. Sie verteilt kleine Dosen vom tödlichen Gift, so dass Verwandte und Freunde langsam dahinsiechen. Um die Sterbenden kümmert sich Gesche rührend. Ihr vermeintlich schweres Schicksal rührt die Bremer. Doch als ihr Vermieter eines Tages in einem Schinken kleine weiße Körner findet, fliegt der Schwindel auf.
Bestellen Sie hier ein dreiwöchiges Probeabo der NWZ für 6 Euro.
Trickdiebe rauben Rentner aus
Drei Bremerinnen im Alter von 79, 80 und 84 Jahren sind innerhalb eines Tages in unterschiedlichen Stadtteilen Opfer von Trickdieben geworden. Mit dem sogenannten „Heizungstrick“ haben sich die Männer in Schwachhausen, Findorff und in der Vahr Zutritt zu den Wohnungen verschafft und die Rentner bestohlen, teilte am Mittwoch ein Sprecher der Polizei mit. In allen drei Fällen gaben sich diemehr
Umweltressort überprüft Badeverbot
Um Bremen zukünftig wirklich zur „Stadt am Fluss“ zu machen, sollen mehrere offizielle Badestellen am Weserufer eingerichtet werden. Im September 2009 wurde in Rablinghausen ein 220 Meter langes Stück Weserufer als Sandstrand gestaltet. Aber das Baden ist dort – nach einer antiquarischen Verordnung – verboten.
„Da hält sich doch niemand dran“, sagt Matthiasmehr




