Viele Firmen wollen wachsen
UMFRAGE Stadt fragt die Unternehmer – Wirtschaftsförderung mit guten Noten
VON THORSTEN KUCHTA
Oldenburg - Ob’s am Aufschwung liegt oder an Oldenburg: Die Pläne und Entwicklungsabsichten der Unternehmen in der Stadt sind „dynamischer als in vergleichbaren Städten“. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Jürgen Bunde, Leiter der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (Gefak). Der Statistiker hat Antworten von 407 Unternehmen ausgewertet, die an der zweiten stadtweiten Umfrage zum Wirtschaftsklima nach 2002 teilgenommen haben.
48,4 Prozent der befragten Unternehmen wollen demnach ihre Geschäfte ausweiten und Personal einstellen, 22,6 Prozent ihre Produktionskapazitäten erhöhen und 20,4 Prozent sogar neue Standorte errichten.
Zum Umfragezeitpunkt im Juni wurden den Angaben zufolge 604 Neueinstellungen geplant. Sorgen macht das im Vergleich zu anderen Städten geringe Angebot an Ausbildungsplätzen.
Was die Firmenchefs an Oldenburg so finden, offenbarte die Frage nach den wichtigsten Standortfaktoren: Da steht die Lebensqualität ganz oben (siehe Grafik). „Die weichen Faktoren werden immer wichtiger“, sagt Bunde. Dass Steuern und Abgaben als wichtig (und zu hoch) bezeichnet wurden, sei „keine Oldenburger Besonderheit“.
Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner, der in seinem Haushaltsentwurf gerade eine Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer gefordert hat, sieht sich deswegen von diesem Ergebnis nicht angefochten: „Steuern sind angeblich immer zu hoch. Das ist für meine Strategie nicht relevant.“ Energie müsse man aufwenden, um die Stärken zu stärken. In diesem Zusammenhang verwies er auf das Projekt „Stadt der Wissenschaft“. Uni und Hochschule als Standortfaktor wurden immerhin mit der Note 2,06 bewertet.
Richtig gut schnitt die Wirtschaftsförderung ab. 21,6 Prozent der befragten Unternehmen meldeten sehr gute Erfahrungen mit Wirtschaftsförderern, 40 Prozent gute, 25 Prozent überwiegend gute. 13 Prozent der Betriebe monierten schlechte Erfahrungen. Allerdings: Die Chefs schätzen die Wirtschaftsförderer als kompetent ein, wünschen sich aber mehr Durchsetzungsfähigkeit der Wirtschaftsförderer innerhalb der Verwaltung. Schwandner sagte, dass in der Verwaltung abgewogen werden müsse.
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