Mit moderner Technik Suche nach Schätzen
FREIZEIT Variante der Schnitzeljagd – GPS-Geräte helfen zum Versteck
Da geht‘s lang: (v. l.) Florian, Kai und Thomas Mönkemeier suchen mit dem GPS-Gerät nach einem Schatz, der in der Nähe der Schleuse versteckt ist. BILD: PATRICK BUCK 
Verstecke sind im Internet eingetragen – Stammtisch trifft sich monatlich
Den ersten Geocache weltweit versteckte am 3. Mai 2000 der Amerikaner Dave Ulmer. Einen Tag zuvor hatte die US-Regierung die künstliche Verschlechterung der Genauigkeit des GPS-Signals abgeschaltet. Das wollte Ulmer mit seiner Aktion feiern. An der Position N 45° 17.460 W 122° 24.800 (US-Bundesstaat Oregon) versteckte er einen schwarzen Plastikeimer, in dem er neben CDs, einer Videokassette, Geldscheinen, einem Buch und einer Steinschleuder auch eine Konservendose mit Bohnen hinterlegte. Dave Ulmer veröffentlichte die Daten im Internet. Nach nur einem Tag war der Cache entdeckt. Anschließend wurde eine Internetseite entwickelt – ein neuer Freizeittrend war geboren.
GPS-Geräte sind unter anderem in sogenannten Outdoor-Geschäften erhältlich, die Freizeitkleidung und Ausrüstungsgegenstände für Hobbys in der Natur anbieten. Anständige Geräte gibt es ab 100 Euro.
Eingetragen sind die Verstecke im Internet. Ob Pulverturm, Staatstheater, Garnisonkirche oder Eversten Holz – in allen Ecken der Stadt kann man auf Schatzsuche gehen. Die Haupt-Internetseite ist
www.geocaching.com
Der 26er-Stammtisch (Postleitzahlenbereich 26) für Geocacher aus der Region trifft sich am 26. des Monats an wechselnden Orten. Die Absprache findet im Internet statt unter folgender Adresse:
www.geoclub.de
Aus Amerika stammt das „Geocaching“. Thomas Mönkemeier und seine beiden Söhne haben viel Spaß bei diesem Hobby.
Von Patrick Buck
Oldenburg Sie wirken auf den ersten Blick ein wenig, als würden sie die Fernseh-Serie „Star Trek“ nachspielen: Wie einst Captain Kirk und Mister Spock schauen Thomas Mönkemeier und seine Söhne Florian und Kai auf ein kleines Gerät in ihrer Hand, das ihnen den Weg weist. Doch die drei suchen nicht nach außerirdischem Leben, sie sind auf Schatzsuche. Geocaching heißt das Hobby, bei dem mit Hilfe von Satellitennavigation (GPS) nach versteckten Tupperboxen und Filmdosen gesucht wird.
„Es sind mittlerweile fast alle Sehenswürdigkeiten bedost“, weiß Mönkemeier. Bedost, weil in der Regel nach kleinen Dosen gesucht wird. Darin findet man Logbücher zum Eintragen oder kleine Geschenke, die man gegen ein eigenes kleines Präsent eintauschen darf. Der Fund wird hinterher wieder an seinen Platz zurückgelegt, damit auch der nächste Geocacher sich auf die Suche machen kann.
„Verstecken kann jeder“, erklärt Mönkemeier weiter. „Die Koordinaten werden dann im Internet veröffentlicht.“ N 53° 07.365 E 008° 12.477 – das ist ein Beispiel für den ersten Wegweiser. Was kompliziert aussieht, sind nichts weiter als Längen- und Breitengrade, die den genauen Standort des Schatzes oder des ersten Hinweises angeben. In diesem Fall führen einen die Koordinaten an einen Punkt in der Nähe der Schleuse.
Wichtigstes Hilfsmittel ist dabei der GPS-Empfänger. Sind die Koordinaten erst einmal eingegeben, zeigt das Gerät Richtung und Entfernung an, die Suche kann beginnen. Die Augen ersetze die Technik allerdings nicht, so Thomas Mönkemeier. „Der Cache, also der Schatz, kann noch ziemlich versteckt sein, hinter einem Baum, einem Schild oder zum Beispiel mit einem Magneten unter einem Metallsteg angebracht sein.“
Und nicht nur die Variante Suchen und Finden ist möglich. „Ich mache am liebsten Multi-Caches“, sagt Kai. Dabei gibt es am Fundort den nächsten Hinweis, das eigentliche Ziel ist erst nach mehreren Stationen erreicht. Florian bevorzugt dagegen Mistery-Caches. Hier muss zunächst ein Rätsel gelöst oder ein bestimmter Ort, den ein Foto zeigt, gefunden werden. Erst dann kann die Suche weitergehen – wie bei einer Schnitzeljagd.
„Es ist ein sehr familienfreundliches Hobby“, sagt Thomas Mönkemeier. „Man kann die Kinder mitnehmen, man kann in der Stadt oder in der Natur suchen – jeder sucht, wie er will." Rund 50 Schätze, sagt er, seien in Oldenburg versteckt.
Und auch von den Geocacher sind einige in der Region beheimatet. Beim monatlichen Stammtisch für Oldenburg und umzu treffen sich regelmäßig zehn bis 20 Personen. Und das, obwohl das Lokal nicht immer vorher genannt wird. Stattdessen stehen die Koordinaten des Tisches im Internet.
In dieser NWZ-Serie stellen wir Menschen aus den Stadtteilen und ihre besonderen Hobbys vor.
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