Klimaschutz auf dem Stundenplan

BILDUNG Bundesumweltminister Sigmar Gabriel diskutiert mit 300 Schülern


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Gab den Ton an: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beantwortete Fragen in der Aula der IGS Flötenteich. BILD: HIBBELER  Bild vergrößern

MEHR ALS EINE STUNDE NAHM SICH DER MINISTER ZEIT. KRITIK AN DER POLITIK LIEß ER NICHT GELTEN.

VON RAINER DEHMER

OLDENBURG - Sigmar Gabriel redet nicht nur vom Umweltschutz, er tut auch selbst etwas dafür: Sein Dienst-Mercedes S 400 wird von einem Hybrid-Motor (erst 2009 im Handel) angetrieben, seinem Privathaus hat er Wärmedämmung verpasst und abends zieht er den Stecker seines Fernsehers heraus, damit am Gerät auch die Standby-Leuchte erlischt. Einblicke in sein privates Energiespar-Programm gab der Bundesumweltminister am Dienstagnachmittag bei der Diskussion mit rund 300 Schülern in der Aula der IGS Flötenteich.

Mehr als eine Stunde nahm sich der SPD-Minister Zeit, um mit den 14- bis 17-Jährigen über Klimaschutz und erneuerbare Energien zu sprechen. Im Bereich der erneuerbaren Energien gebe es, so Gabriel, einen Boom an Jobs. Nicht nur deshalb riet er den Schülern zum Ingenieurstudium mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik. „Nebenbei könnt ihr helfen, die Welt zu retten.“

Dem Polit-Profi fiel es nicht schwer, den richtigen Ton bei den Jugendlichen zu treffen. „An eurer Stelle würde ich mich um eure Zukunft kümmern. Ihr müsst den Verantwortlichen auf die Füße steigen“, forderte Gabriel die Schüler auf, sich für den Umweltschutz zu engagieren, um den Klimawandel zu begrenzen. „Wer heute nichts tut, lebt auf Kosten der nächsten Generation.“

Das System des Emissionshandels veranschaulichte Gabriel an seinem Glas Wasser. „Stellt euch vor, das Wasser ist Kohlendioxid.“ Diese Menge dürften die Produzenten in die Atmosphäre pusten. Dann nahm der Minister einen Schluck und sagte: „Alle paar Jahre verringern wir die Menge.“ Als Folge steige der Preis für Kohlendioxid und die Produzenten überlegten sich Energieeinsparmöglichkeiten.

Die Frage eines Schülers, warum die Politik nicht mehr für die Umwelt tue, wies Gabriel scharf zurück: „Ich kann den Blödsinn nicht mehr hören, die Politik sei immer schuld.“ Es gebe eine Wechselwirkung: Wenn sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht für Klimaschutz interessiere, interessiere sich auch die Politik nicht dafür.

Bei den Schülern kam der Minister an. „Ich habe viel Neues erfahren“, so IGS-Schüler Till Bedenke (15). Auch Keno Theilsiefje (15) lobte den Auftritt: „Er war viel lockerer, als ich erwartet hatte.“

NWZTVzeigt einen Bericht vom Gabriel-Besuch unter

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29.10.2008
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