Anstoß zur Stadion-Sanierung

MARSCHWEGSTADION Ingenieur hält nichts für unmöglich – Kostenfrage


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Zukunftsmusik: Das Göttinger Jahnstadion (Bild) ist Vorbild für die Sanierung des Marschwegstadions. BILD: CHRISTINA HINZMANN Bild vergrößern

DIE POLIZEI RÄT ZUM NEUBAU NEBEN DER WESER-EMS-HALLE. DIE MASCHINEN BRAUCHEN PLATZ.

VON THOMAS HUSMANN

Oldenburg - „Prinzipiell ist nichts unmöglich.“ Diese Aussage des Ingenieurs Dirk Hütteroth könnte den Druck aus der Diskussion über die Sanierung des Marschwegstadions nehmen.

Der Mann hat mit seinem Unternehmen „SIG-Hessen Ingenieure“ das Göttinger Jahnstadion saniert. „Dort stand man vor ähnlichen Problemen, wie sie im Marschwegstadion zu bewältigen sind“, hatte der Oldenburger Architekt Bernhard Kulla bei der Präsentation seiner Konzeptstudie für die Sanierung des Marschwegstadions den Sportausschussmitgliedern erklärt (die NWZ berichtete). Angewandt wurde in Göttingen das sogenannte Rüttelstopfverfahren, in dem mit einem Kiesgemisch Säulen aufgebaut werden. 4,5 bis 5 Meter tief müssten die ca. 1100 Säulen sein, auf denen dann die Tragschicht für die neue Laufbahn gelegt werden kann.

Nach Aussage der „SIG-Hessen Ingenieure“ könnte dieses Verfahren auch im Marschwegstadion eine dauerhafte tragfähige Untergrundverbesserung bewirken. Erforderlich sei aber ein umfangreiches Baugrundgutachten, um die unterschiedlichen und teilweise ungeklärten Bodenverhältnisse zu klären und eine sichere Grundlage für die Bemessung der Rüttelstopfsäulen zu erlangen.

Kulla hatte in sein Gutachten geschrieben, dass das Marschwegstadion während der Laufbahnsanierung nicht vom VfB Oldenburg für die Punktspiele genutzt werden könne, weil das Unternehmen einen 1,50 bis zwei Meter breiten Streifen von der Entwässerungsrinne der Laufbahn Richtung Spielfeld benötige. Gegenüber der NWZ wollte Ingenieur Dirk Hütteroth diese Maßgabe nicht bestätigen. Er müsse sich zunächst vor Ort ein Bild von der Gesamtsituation machen. Mit Kulla habe er lockere Gespräche geführt, die Stadtverwaltung als Auftraggeber habe sich mit ihm nicht in Verbindung gesetzt. Für die Baumaschinen brauche er Stellflächen rund ums Stadion. „Natürlich ist es grundsätzlich möglich, den Spielbetrieb zu sichern“, bekräftigte Hütteroth. Kulla hatte in seinem Gutachten die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs durch eine abschnittsweise Sanierung als zu unwirtschaftlich bezeichnet. Der Ingenieur warnte davor, die Sanierung der Laufbahn von der Erneuerung der Spielfläche losgelöst zu

betrachten.

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Kulla hatte weiter vorgetragen, dass im Fall des Aufstiegs eines Oldenburger Fußballvereins in höhere Ligen weitere Investitionen beispielsweise in eine Flutlichtanlage und zusätzliche Räume unterhalb der Tribüne notwendig seien. Sportdezernent Martin Schumacher bezeichnete das Gutachten in der Ausschusssitzung als Basis für eine „weit reichende und schwerwiegende Entscheidung“, die gut abgewogen werden müsse.

Aus Sicht der Polizei ist ein Stadionneubau neben der Weser-Ems-Halle vorzuziehen. „Dort gibt es mehr Parkplätze und die auswärtigen Fans könnten leichter vom Hauptbahnhof zum Stadion eskortiert werden“, sagte Polizeisprecher Sascha Weiß.


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19.11.2008
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